Leserbriefe

"Eigentlich Selbstverständlichkeit"

Ich finde es richtig, dass Leute, die Silvesterdreck erzeugt haben, ihn am nächsten Morgen entsorgen sollen. Das haben meine Eltern getan, das habe ich getan, und das haben meine Kinder getan. Denn wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte ja auch dessen Häufchen entsorgen. Selbst wenn alle ihren Dreck entsorgten, bliebe immer noch etwas für die BSR übrig.

Horst Engelmann, Gatow

Ich bin erstaunt über Frau Richters Kritik an Senatorin Lompscher wegen der Aufforderung an die Bürger, den selbst produzierten Silvesterunrat von den Straßen selbst zu beseitigen. Die Aufforderung der Senatorin richtet sich an eine so selbstverständliche Pflicht der Bevölkerung, dass es ihrer eigentlich gar nicht bedarf. Natürlich sollen Leute, die ihren Müll, Abfall und Dreck auf den Bürgersteigen und Straßen abladen, auch dafür sorgen, dass er verschwindet.

Werner Kleist, per E-Mail

Die Lösung ist ganz einfach: Unsere Stadtväter müssen sich nur dazu durchringen, wie die Metropole Paris, keine Böller und Raketen an Silvester mehr zu erlauben. Zwar entgeht dem Fiskus die Mehrwertsteuer, dafür erübrigen sich die Kosten für Sondereinsätze der Polizei, der Feuerwehr und der Stadtreinigung. Auch Versicherungen ersparen sich Leistungen für ausgebrannte Wohnungen und/oder Autos. Weder Mensch noch Tier brauchte sich vor dem Lärm zu verstecken, und der Berliner Luft wäre auch gedient.

Bodo Schulz, Mariendorf

Meine Hochachtung vor der logistischen Leistung, die die Silvesterfeier am Brandenburger Tor möglich macht. Doch habe ich erhebliche Zweifel an der vom Veranstalter genannten Besucherzahl von über einer Million Menschen. Dies ist schon rechnerisch unter voller Auslastung aller Platzkapazitäten nicht möglich und dokumentiert nur wieder einmal, dass in Deutschland immer die schönsten, teuersten, buntesten und am meisten besuchten Veranstaltungen stattfinden müssen. Ein klein wenig mehr Bescheidenheit täte unserem Ansehen weltweit besser.

Klaus Wollschläger, Kladow

Die Stadt muss endlich ihre Hausaufgaben machen

Zum Artikel: ",Berlin muss knallhart sparen'" vom 29. Dezember

Die These, der Bund müsse unbedingt helfen, weil dieser immer mehr Aufgaben auf die Kommunen abwälzt, stimmt nur zum Teil. Berlin leistet sich Dinge, die andere Bundesländer, die mehr Geld haben, nicht aufbringen. Da sind zum Beispiel die kostenlosen Kitas. Es gibt viele Doppelverdiener mit gutem Einkommen, die nun ab 1. Januar ihre Kinder kostenlos von staatlichen Stellen betreuen lassen. Und dies zahlen auch diejenigen Steuerzahler, die wesentlich weniger verdienen. Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit, von der gerade die SPD so viel redet? Oder die Studiengebühren: In den meisten Ländern Europas werden solche Gebühren erhoben. Auch in einigen Bundesländern müssen Gebühren gezahlt werden. Solche Gelder würden viele Studenten auch dazu bringen, ihr Studium schneller zu beenden und nicht zu trödeln. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Die Stadt, die auf Kosten anderer Bundesländer lebt, muss endlich ihre Hausaufgaben machen.

Wolfgang Reichelt, per E-Mail

Sicherlich, finanziell sieht die Situation Berlins nicht sexy aus. Finanzsenator Ulrich Nußbaum fordert auch vom Zoo zwei Millionen Euro zurück. Doch sind das nicht alles Scheingefechte, um den Bund zur Hilfe zu bewegen? Wer denkt eigentlich noch daran, dass einst Investoren Geld für den Flughafen Tempelhof zahlen wollten? Stattdessen soll die Entwicklung jetzt insgesamt 250 Millionen Euro kosten. Berlin ist weltweit bekannt für seine vielen Grün- und Wasserflächen. Wer braucht eigentlich diese zusätzlichen Ruhe- und Erholungszonen zu diesem Preis? Was wird der Bund darüber denken?

Wolfgang Fiebach, Spandau

Ehrenwertes Engagement für die deutsche Sprache

Zum Artikel: "Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) agiert als selbst ernannter Sprachpfleger" vom 30. Dezember

Peter Ramsauer bemüht sich, wenigstens in seinem Ministerium die deutsche Sprache vor den sinnlosen Verunstaltungen durch Fremdwörter zu schützen. Tatsächlich gibt es wohl kein Volk der Welt, das seine eigene schöne Sprache so mit Füßen tritt wie das deutsche. Dabei besteht dafür keinerlei Notwendigkeit, da wir meistens verständliche und altbekannte Wörter durch übernommene (Ticket für Fahrschein) ersetzen. Das ist gänzlich überflüssig, lächerlich und ärgerlich, da für jedes eingebürgerte Fremdwort ein deutsches Wort stirbt.

Dr. Jürgen Dettmann, Kleinmachnow