Leserbriefe

"Der Traum wird zum Albtraum"

| Lesedauer: 4 Minuten

Ich habe mir vor elf Jahren ein Reihenhaus in Rangsdorf gekauft. Dem ging natürlich eine Prüfung der geplanten Flugrouten voraus, eine Linie über meiner Siedlung wäre ein Killerkriterium gewesen. Nun wird einfach anders entschieden, und mein (für meine Verhältnisse) teures Grundstück fällt im Wert ins Bodenlose. Dafür zahle ich nun mein Leben lang ab - abgesehen davon, dass ich hier nun nicht mehr wohnen möchte. Es muss doch in diesem Land möglich sein, noch irgendwas langfristig zu planen, ohne dass einem von irgendwelchen Planern oder Interessenvertretern der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Die in der bisherigen Planung betroffenen Orte waren zumeist ohnehin von Fluglärm betroffen, und Neukäufer wussten, worauf sie sich einlassen - entsprechend werden wohl auch die Immobilienpreise gewesen sein. Wer zahlt also für die Verluste, die wir Kleinen hinnehmen müssen? Wer sorgt für Lärmschutzverglasung in den neuen Regionen? Wie soll man sich im Garten gegen Lärm schützen? Der einstige Traum wird zum Albtraum!

Stefan Wallooh, Rangsdorf

Nachdem nun schon viele Jahre an dem neuen Flughafen gebaut wird, diskutiert man jetzt über die An- und Abflugrouten. Hatte man denn gedacht, dass die Bürger alles so nehmen, wie es ist? Nun fängt man an zu überlegen. Was ist mit den angebotenen Schallschutzfenstern? Ich finde, es ist reichlich spät, eigentlich schon nach zwölf.

Manfred Golz, Mitte

Na prima, da wird der Flughafen Tempelhof geschlossen: zu gefährlich, zu laut. Ein neuer Flughafen muss her, außerhalb der Stadt, weit weg. Und nun? Nun hat die Flugsicherung die Chance, den gesamten Flugverkehr um eine Stadt mit drei Millionen Einwohnern herumzuleiten. Und was macht sie? Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist immer eine Gerade. Immer mittendurch - muss sich ja irgendwie auch lohnen, wenn denn mal ein Flieger beim Start oder im Landeanflug abstürzt. Ist es nur Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit?

Kurt Naujoks, Steglitz

Die Abflugrouten der Deutschen Flugsicherung (DFS) führen direkt über die innerstädtischen Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg und Schöneberg. Welch ein Irrsinn!

Klaus-Peter Neumann, per E-Mail

Super, da werden ja nun deutlich mehr Flugrouten über das bewohnte Berliner Stadtgebiet führen als beim Flughafen Tegel! Bei der Schließung von Tempelhof wurde auch damit argumentiert, dass der Überflug dicht bebauter Gebiete und die Belastung der Anwohner reduziert werden soll. Danke allen Routen-Planern und den verantwortlichen Politikern.

Joachim R. Siegert, per E-Mail

Warum nicht Hilfsärzte für kleine Operationen einsetzen?

Zum Artikel: "Hartz-IV-Bezieher sollen in der Pflege arbeiten" vom 6. September

Wenn Aufgaben in der Pflege von jedem übernommen werden können, ob qualifiziert oder nicht, stellt sich die Frage, warum andere dafür jahrelang lernen und ein Examen ablegen müssen. Vielleicht sollte man dann, um Geld zu sparen, auch einmal über Hilfsärzte nachdenken, die dann zwar unqualifiziert aber billig kleinere Operationen (speziell bei Kassenpatienten) durchführen könnten. Als examinierter Krankenpfleger wünsche ich Frau Merkel, dass, wenn es bei ihr einmal so weit sein sollte und sie Pflege benötigt (siehe ihren Amtsvorgänger Helmut Kohl), sie in den "Genuss" ihrer eigenen Forderung kommt.

Stefan Mehrholz, per E-Mail

Studenten bekommen selten am Heimatort einen Platz

Zum Artikel: "An den Universitäten wird es eng" vom 5. September

Warum gibt es keine Studienplatz-Garantie am Wohnort? Wo die Eltern ihre Steuern bezahlen. Bei uns in Potsdam sind die Gebühren so niedrig, dass sich viele bewerben und nur die Allerbesten genommen werden. Die eigenen jungen Menschen müssen dann durchs Land ziehen. Ein Glück, wenn Eltern sich diesen Wahnsinn leisten können.

Nicole Esslinger-Struth, per E-Mail

Teure Umzugskosten für Marx und Engels

Zum Artikel: "Engels hebt ab" vom 8. September

Schade um das Geld für den Umzug der Kommunismus-Väter. 600 000 Euro sollen der Umzug und der Rückzug nach Abschluss der Bauarbeiten kosten. Einschmelzen und die Verwendung der Bronze für ein Denkmal an die Friedliche Revolution 1989 wären eine bessere Lösung gewesen.

Ralf Drescher, per E-Mail