Leserbriefe

"Das Fiasko überrascht nicht"

Das Fiasko mit dem BBI-Flughafen überrascht nicht. Wie viele noch folgen werden, ist die Frage. BBI ist sowieso ein ungeliebtes Kind. Dass dieser Flughafen ein Drehkreuz wie München, Frankfurt oder Hamburg werden soll, ist nur ein Traum. Es fehlt einfach an Substanz im Umland.

Jai Menon, Steglitz

Der Bau des neuen Flughafens in Schönefeld erinnert mich irgendwie an die Geschichte der Dresdner Frauenkirche und auch wieder nicht. Verzögerungen, Geld- und Materialmangel, Umplanungen und doch Fertigstellung mit viel Herzblut in dem gewollten Bild. Im Gegensatz dazu der Flughafenbau. Eine immer noch fragwürdige Standortentscheidung und viele, die mitbestimmen. Und viel, viel Geld, das von den Planungsbüros bis zur Insolvenz verplant wurde.

B. Naumann, per E-Mail

Der Zeitplan verzögert sich. Wen wundert's? Die Kosten erhöhen sich deutlich. Wen wundert's? Der Aufsichtsratsvorsitzende und Regierende Bürgermeister sowie die zuständige Bausenatorin wissen von nichts. Wen wundert's?

Winfried Göhler, Frohnau

Beim Richtfest war Wowereit noch guter Dinge und der irrigen Meinung, dass alles im Zeit- und Kostenrahmen liegt. Jetzt staunen die politisch Verantwortlichen und suchen nach Erklärungen für die drohende Bauverzögerung. Einige Monate kann man sich ja noch gefallen lassen, aber kein volles Jahr. Doch der Berliner ist ja bei seiner Baubehörde nie vor Überraschungen sicher. Wann stimmt schon mal die kalkulierte Bausumme mit den tatsächlichen Kosten überein? Vielleicht ist die Verzögerung aber auch gut, damit die Verantwortlichen mehr Zeit haben, sich Gedanken über die Zukunft von Tegel zu machen.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Ordinäre Architektur und mangelhafte Anbindung

Zum Artikel: "'Primitive Bauten verstellen den Hauptbahnhof' - Architekt Meinhard von Gerkan kritisiert Planungen des Senats" vom 31. Mai

Schlimmer noch als die ordinäre Architektur im Bahnhofsumfeld ist die mangelhafte Anbindung des Hauptbahnhofs an den öffentlichen Nahverkehr. Vom Tauentzien aus ist er beispielsweise nur mit zeitaufwändigen Umwegen über den Bahnhof Zoo oder die Bahnhöfe Bülowstraße beziehungsweise Potsdamer Platz und Friedrichstraße zu erreichen.

Klaus-Peter Neumann, per E-Mail

Europäische Einigkeit - zumindest bei der Musik

Zum Artikel: "Die Stimme Europas - Lena siegt in Oslo" vom 30. Mai

Ein verdienter Sieg für Lena und ihre unkomplizierte Vortragsart, ohne Schnörkel oder effektheischende Laserspiele. Europa war sich wenigstens - wenn schon nicht in der Politik - so doch in der Musik wieder einmal einig. Deutschland darf nun den nächsten Eurovision Song Contest ausrichten. Und schon entbrennt ein Städte-Streit um den Ausrichtungsort. Obwohl ich Berliner bin, würde ich jedoch nicht für Berlin plädieren. Ich sehe schwarz, wenn der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) als armer Sender federführend die Verantwortung für dieses Großereignis übernimmt. Schon jetzt ist dessen Programm mehr als dürftig, Unterhaltungsshows werden kaum produziert.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Man hat gesehen, was in den vergangenen 28 Jahren an Erfolgen herausgesprungen ist, als die ARD glaubte, den Eurovision Song Contest alleine managen zu können. Erst die Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Anstalt mit Pro Sieben hat gezeigt, dass Erfolg planbar ist, man muss nur die entsprechenden Mitarbeiter dafür haben. Stefan Raab Superstar - so heißt der Meister in diesem Jahr. Dieses Allroundtalent hat allen gezeigt, das es geht. Diese Erkenntnis sollte man aus diesem Gesangswettbewerb mitnehmen.

Thomas Wolff, Groß Glienicke

Was eine ganze Politikergarde - egal welcher Couleur - nicht kann, schafft die noch nicht mal 20-jährige Lena! Mit ihrer Musik hat sie es verstanden, Millionen zu begeistern. Genau das braucht jetzt unser krisengeschütteltes Land.

Christian Lukner, Bonn

Seit längerem verfolge ich das Auftreten der Politiker und weiß, dass hier viel versprochen und wenig gehalten wird. Nun aber ist das Fass übergelaufen. Wie können Politiker es wagen, Lena & Co. für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen zu wollen? Die Bedeutung des Bundesverdienstkreuzes wird hier zum Narrenorden herabgewürdigt. Ich vermute, dass sind nur Nebelkerzen zur Ablenkung von der gegenwärtigen Krise.

Sabine Prauß, per E-Mail