Leserbriefe

"Das KaDeWe war, ist und soll ein Teil Berlins bleiben"

Wann kommt es endlich auch in den Köpfen von Konzernmanagern an, dass sich eine Kuh nur so lange melken lässt, solange sie auch gefüttert wird. Wer soll denn den Konsum ankurbeln, wenn die Masse der potenziellen Kunden ihr Geld zusammenhalten müssen? Die täglichen Ausgaben haben sich im Laufe der Jahre fast verdoppelt.

Stellenabbau ist immer wieder die angebliche Lösung, um eine Liquiditätskrise zu bewältigen. Welche Stellen sollen denn abgebaut werden, Verkäufer findet man doch heute schon nicht mehr?

Und ausgerechnet die Häuser zu verkaufen, die Gewinne bringen, bringt zwar einen schnellen Euro - aber was dann? Interessant wäre doch, wie viel Miete an welche Vermieter zu zahlen ist, wie hoch die Gehälter der Manager sind und wie viel Gewinn in den letzten Jahren ausgeschüttet wurde, ohne die Kapitaldecke zu sichern?

Christiane Schmidt, per E-Mail

Wenn der Bürger nicht genug Geld hat, kann er nicht mehr kaufen. Diese Entwicklung ist nun mal seit der Agenda 2010 mit all ihren Sparmaßnahmen entstanden. Vorbei die Zeit, wo das Geld noch locker saß. Das war dem Einzelhandel schlecht bekommen und natürlich auch den großen Kaufhäusern. Und nun sollen unsere Steuergelder retten? Wozu denn, wenn wir uns längst daran gewöhnt haben zu sparen? Wir können nicht mehr ausgeben, als in unserem Portemonnaie übrig bleibt.

Achim Rothe, per E-Mail

Das KaDeWe ist Berlin. Und wir Berliner werden sehr aufpassen, dass man es uns nicht ruiniert.

Mich erstaunt nur der neue Einkaufstempel von Karstadt in der Steglitzer Schloßstraße. Wie passt dieser Riesenkomplex zu dem neuen Konzept?

Heinrich Englert, Steglitz

Alle rufen nach dem Staat, sorry, ich bin ein Teil des Staates! Ich habe in meinem ganzen 70-jährigen Leben dem Staat nicht auf der Tasche gelegen. Habe keine Schulden gemacht und frage mich, wann hat Opel oder jetzt auch das KaDeWe, also alle, die nach dem Staat rufen, mir in "guten Zeiten" mal einen Scheck zugesandt oder mich anderweitig bedacht? Nein, beim Geld einstreichen sind alle Konzerne gut drauf, aber wenn es in die Hose geht, mitunter durch hochbezahlte Manager mit utopischen Abfindungen, dann wird gejammert!

Gitti Hoffmann, per E-Mail

Diese Nachricht kommt für mich nicht überraschend, denn das Problem ist hausgemacht. Nach den vielen Umbauten zu einem Shop-in-Shop-System ist es so unübersichtlich geworden, dass das Einkaufen keine Freude mehr bereitet.

Rolf Fr. Dräger, per E-Mail

Das KaDeWe ist ein nicht wegzudenkendes Berliner Wahrzeichen, gleichrangig mit Brandenburger Tor, Funkturm und Siegessäule. Auch wenn der Durchschnittsbürger der Stadt wegen finanzieller Defizite eher den Fokus auf Discounter in allen Konsumbereichen ausrichten muss, ist das KaDeWe doch eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Ikone der Stadt und in viele touristische Exkursionen einbezogen. Politik und Wirtschaft sind daher gehalten, das Flair dieses Warenhauses, welches im selben Atemzug mit Macy's (New York) und Harrods (London) genannt werden kann, zu erhalten.

Hans-Joachim Gillert, Neukölln

Natürlich haben wir viel Mitgefühl mit den Problemen bei Karstadt und deren Besitzer Arcandor - müssen aber gleichzeitig die Nachlässigkeit und Schlafmützigkeit des Konzerns feststellen. Die seit Jahrzehnten praktizierte Kaufhausstrategie ist für die jetzige Zeit nicht ertragssteigernd - gibt es doch Discounter und Billigketten in Mengen mit den gleichen Angeboten zu billigeren Preisen. Zusätzlich ist auch noch das Shop-in-Shop-System zu bemängeln, wodurch das Angebot unübersichtlicher wird - ganz im Gegensatz zu den billigeren Geschäften. Vielleicht ist es besser, an eine Veränderung der Angebotsstruktur zu arbeiten und nicht an Personaleinsparungen zu denken.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Für Touristen und gutbetuchte Wilmersdorfer Witwen ist es immer noch die erste Adresse zum Einkaufen. Doch was auffällt, ist das Überangebot von Personal, das viel schwätzt und ab und zu herablassend zur Kundenberatung sich aufrafft. Nicht zu vergessen der Gourmetbereich, der gern aufgesucht wird, weil trotz erhöhter Preise dort ein gepflegter Stil vorherrscht. Schade, wenn diese Berliner Attraktion schließen oder profan umgebaut würde.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Ich hoffe, dass das KaDeWe wenigstens den Namen behalten kann. Es gehört zu Berlin wie der Fernsehturm, das Brandenburger Tor und die Siegessäule.

Jana Knippert, per E-Mail

Wirtschaftsinstitute und Regierung verkünden, dass die "Talsohle" zur Jahresmitte durchschritten wäre und es wieder aufwärtsgehen wird. Daran glauben aber weder Arcandor noch andere Unternehmen - und eine Vielzahl der Bürger wohl ebenfalls eher nicht.

Karin Haertel, Staaken

Sehr gern kaufe ich im KaDeWe ein oder bummele durch die Feinkostabteilung. Doch genauso gern kaufe ich auch am Alexanderplatz, in der Schloßstraße oder in den Spandauer Arcaden. Allerdings weiß ich, dass es auch viele "alteingesessene Westberliner" gibt, die ausschließlich zum KaDeWe "pilgern". Dort kennt man sich bereits, und es gibt für diese "nur" das KaDeWe. Warum finden sich diese nicht zusammen und überzeugen Arcandor davon, das KaDeWe als Aktiengesellschaft an die Börse zubringen, um den "Jüngern des Kauftempels" den Erwerb ihres Heiligtums zu ermöglichen?

Wolfgang Fiebach, Hakenfelde

Eine solche Rede war vorauszusehen

Zum Artikel "Deutschland boykottiert UN-Konferenz" vom 20. April

Es ist unverständlich, wie Herr Trittin die abgesagte Teilnahme an der Anti-Rassismus-Konferenz kritisiert. Es wird, was schon paradox ist, der iranische Präsident eingeladen. Er wird vom Schweizer Präsidenten sowie vom UN-Generalsekretär empfangen, und alle wundern sich darüber, dass Ahmadinedschad wieder eine Hetzrede gegen Israel hält. Dieser Mensch möchte den Staat Israel von der Landkarte löschen und sagt, der Holocaust hat nicht stattgefunden. Dies ist Grund genug, um an dieser Konferenz nicht teilzunehmen. Wenn Herr Trittin dies nicht versteht, sollte er einmal nach Yad Vashem fahren, und wenn er dort noch nicht gewesen ist, wäre es jetzt an der Zeit, dies zu tun.

Zeèv Rosenberg, per E-Mail

Das hätte man doch vorher wissen müssen. Darum ist die Aufregung nicht ohne Scheinheiligkeit. Warum haben denn Staaten der EU diese Konferenz besucht, von der sie genau wussten, was sie erwartet? Nur um empört aus der Versammlung auszuziehen

Dieter Pfeiffer, Wilmersdorf

Der "Boykott" ändert doch nichts an der Tatsache, dass das Verhältnis Israels zu den Palästinensern deutliche Parallelen zur Apartheid hat, was selbst von israelischen Friedensgruppen so gesehen wird. Leider redet niemand der politischen Führer im "Westen" mehr über Gaza - irgendwann fällt diese Ignoranz nicht nur dem Westen auf die Füße, wenn dieses Thema einem Herrn A. überlassen wird!

Hans-Joachim Förster, per E-Mail

Diese Zuschriften geben die Meinung unserer Leser wieder, nicht die der Redaktion. Wegen der großen Zahl an Briefen ist es uns leider nicht möglich, jede Zuschrift zu beantworten. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen. Konrad Jahr-Weidauer kümmert sich als Redakteur um die Leserbriefe. Er ist Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Lesern und Redaktion.