LeserBriefe

"Wälzt Sarrazin BVG-Verluste auf die Steuerzahler ab?"

| Lesedauer: 7 Minuten

Liest man Ihre Information, dann stellt sich doch die Frage, ob diese Finanzkrise nicht auch Folge des Wirtschaftens der BVG ist. Wäre diese Krise nicht vermeidbar gewesen? Ich denke: Ja.

Reinhard Widmann, Zehlendorf

Die Bigotterie ist unerträglich: Als Sarrazin uns Verhartzten weismachen wollte, er könnte rechnen, konnten wir ihm schon nachweisen, dass er dabei Defizite hat. Jetzt stellt er es auch im Großen unter Beweis. Wir haben ihm den 1. Berliner Diskriminierungspreis nicht umsonst zugeteilt.

Eva Willig, per E-Mail

Wer trägt die Konsequenzen? Ich hoffe, dass die Obrigkeiten zu ihren Fehlern stehen und ihren Hut nehmen und gehen. Oder soll das Minus wieder durch eine Fahrpreiserhöhung auf den kleinen Bürger abgewälzt werden?

Jana Knippert, per E-Mail

Der BVG droht ein Millionenverlust, weil man sich verspekuliert hat? Da reibt man sich verwundert die Augen. Denn kein Geringerer als der Finanzsenator Dr. Thilo Sarrazin ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der BVG. Der Mann, der Berlin zum "Sparen, bis es quietscht", verdonnert hat, sitzt also dort, wo er dem Vorstand und seinem Finanzgebaren auf die Finger schauen sollte. Da muss ihm irgendetwas entgangen sein.

Christian Schirrmacher, Heiligensee

Ich kann nicht verstehen, dass die BVG solche linken Geschäfte tätigt und der Finanzsenator blind und taub ist. Als die Landesbank fast pleite war, hatte die CDU schuld, und wer jetzt?

Mit dem rot-roten Senat geht in Berlin alles den Bach runter, wir schlittern von einer Krise in die andere, kein Geld für Schulen und Bildung, kein Geld für marode Straßen, und überall finden sich Dreckecken in Berlin.

Angelika Michalski, Reinickendorf

Finanzsenator Sarrazin irrt gewaltig, wenn er behauptet, damals wäre "die Welt noch eine andere" gewesen, ganz im Gegenteil. So einfach kann und darf er sich nicht aus seiner Verantwortung, auch nicht als AR-Vorsitzender der BVG, stehlen.

Da rächt es sich, wenn er sich nicht um eine seiner eigentlichen Hauptaufgaben kümmert, nämlich um die Einnahmeseite, also um die Probleme und Systemfehler des deutschen Steuerrechts und die des heute so schwierigen Vollzuges nach Recht und Gesetz. Es ist für einen Finanzminister unanständig, durch schlechte Gesetze zuzulassen, dass man mit Steuerschlupflöchern einen Reibach zulasten der Staatskasse machen kann, egal ob in Deutschland oder in den USA (dort z. B. durch "Cross-Border-Leasing") - wo bleiben da die Werte der Moral und des Anstandes?

Hätte er sich doch von seinen Steueraußenprüfern, die auch "Auslandssachverhalte" beherrschen müssen, und nicht von den Vorlagen der überbezahlten BVG-Vorstände beraten lassen. Auch beim letzten Tarifstreit mit den BVGlern verhielt er sich erstaunlich großzügig, ganz anders als beim jetzigen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst.

Norbert Gewies, Konradshöhe

Deutsche Post hat Schuld am Desaster

Zum Artikel "Deutsche Post zieht in den USA die Reißleine" vom 11. November

Das war ein logischer Schritt für DHL, denn mit FedEx und UPS können sie nicht mithalten.

Während der letzten fünf bis sechs Jahre bin ich sehr oft in Amerika gewesen. Einer der Gründe, warum die Paketsparte der Deutschen Post in Amerika nur Verluste einfährt: Die Deutsche Post hat es verschlafen, ihre Straßenpräsenz erheblich auszubauen. Der Branchenprimus UPS hat in diesem Bereich die Tür aufgestoßen, indem er die Postwaren- und Postschließfachgeschäfte der Firma Post Boxes Ect. übernommen hat und sie in UPS Stores umbenannte. Im Gegenzug kaufte die Nummer zwei FedEx die Assistenz- und Dienstleistungsgeschäftskette Kinkos auf und nannte sie FedEx Kinkos. Mit diesen Investments haben sich diese beiden Unternehmen außer ihren Logistikzentren weitere Geschäfte gesichert.

Pongtorn Nakornsri, per E-Mail

Die Verlogenheit der Finanzpolitiker

Zum Artikel "Grundsteuer treibt Mieten hoch" vom 11. November

Egal ob Mieter oder Eigentümer - seit Jahren geht es um die Grundsteuer. Leider wurde in letzter Zeit nicht mehr über den Stand der Dinge berichtet. Es ist doch so: Beim Kauf einer Wohnung/Haus bezahlt man einmal Grunderwerbsteuer.

In meinem Fall waren es für ca. 64 Quadratmeter 3150 DM. Man hat also ein Stück Grund erworben, auf dem das Haus/die Eigentumswohnung steht. Danach zahlte ich Grundsteuer, Jahr für Jahr, inzwischen 323 Euro.

Wenn ich meine Wohnung verkaufen sollte, bekomme ich davon null Euro zurück. Im Gegenteil, der nächste Käufer zahlt wieder Erwerbsteuer und danach Jahr für Jahr Grundsteuer. Bei mehrmaligem Verkauf der Wohnung ein lohnendes Geschäft für den Staat.

Günter Moritz, Wittenau

Wildschweinplage ist Sache des Senats

Zum Artikel "Der heimliche Tierpark Berlins" vom 9. November

Nicht nur "Randgebiete" sind von Wildschweinen "befallen"! Alle größeren Grünflächen (Friedhöfe eingeschlossen) sind inzwischen Tummelgebiete für die Borstenviecher. Auch hier in Ruhleben haben wir seit Tagen wieder mit diesem Problem zu kämpfen. Vom Forstamt Grunewald kam lapidar die Antwort "Zäune tiefer in den Boden einlassen". Sehr witzig! Das Problem wird wieder einmal auf den Bürger abgewälzt. Seit den 90er-Jahren stieg die Wildschweinpopulation immer weiter an, auch durch "Zuzug" aus Brandenburg. Von der zuständigen Senatsverwaltung wurde nicht reagiert, und jetzt, wo das Problem ausartet, traut man sich nicht, den Jagddruck zu erhöhen, weil das ja Stimmen in einigen Innenstadtbezirken kosten könnte. Die Aussage "Jagd im Stadtgebiet könnte gefährlich werden" halte ich mit Verlaub für vorgeschoben. Es soll keine Jagd in den Straßen veranstaltet werden, sondern in den Waldgebieten: Beispiel Fließwiese Ruhleben. Ist unser Senat unfähig oder einfach nicht willens, etwas gegen den weit überhöhten Bestand zu tun? Die Gärten unserer Nachbarschaft sehen aus wie gepflügte Äcker, und auch Verstänkerungsmittel haben keine Wirkung gezeigt. Noch eines: Wildschweine sind inzwischen nicht nur dämmerungs- oder nachtaktiv. Bereits vormittags sind mir die Tiere begegnet - und zwar auf der Straße! Wer meint, Wildschweine seien niedliche Streicheltiere, soll in den Zoo gehen.

Stefany Zöbisch, per E-Mail

Auch bei uns in Ruhleben ist das Thema "Wildschwein im Garten" seit Jahren aktuell, in diesem Jahr besonders heftig. In den Gärten wimmelt es von Komposthaufen, leckerem Fallobst und anderem Schmackhaften. Zäune gibt es in den Ruhlebener Gärten schon seit Generationen nur sporadisch. Der Tipp, mir einen 1,50 Meter hohen und 30 Zentimeter tief eingegrabenen Zaun rund ums Grundstück zuzulegen, ist nicht wirklich hilfreich, wenn man sich im eigenen Garten nicht wie in "Klein-Stammheim" vorkommen möchte. Wie kann es sein, dass offensichtlich sämtliche zuständigen Ämter oder Behörden völlig hilflos reagieren oder das Thema kleinreden? Wildschweine, die in Panik den Ausgang aus dem Garten nicht mehr finden, demolieren seit Tagen den Gartenzaun einer Nachbarin.

Sabine Stock, Ruhleben

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Konrad Jahr-Weidauer kümmert sich als Redakteur um die Leserbriefe. Er ist Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Lesern und Redaktion.