LeserBriefe

"Ist das Recht wichtiger als ein gesunder Verstand?"

Da sieht man wieder einmal die Sturheit der Beamten. Die brandenburgische Familie wollte nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden, was auch Ihr Recht sein sollte. Statt solch eine Familie zu belohnen, dass sie sich selbst eine biologische Wiederaufbereitungsanlage bauten, sehen das Land Brandenburg und deren "sturen Beamten" keinen Profit. Warum schafft sich der Mensch denn Eigentum an: Damit er seinen Besitz doch auch selbst verwalten und entscheiden kann, was dann passiert mit seinem Grundstück! Da fragt man sich, warum es den Paragrafen eins des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland überhaupt gibt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar"!

Roberto Streubel, Reinickendorf

Wir haben es nicht nur gelesen, sondern die Bilder des Zwangsanschlusses durch Polizeieinsatzkräfte auch im Fernsehen gesehen. Wie weit will unser Staat noch gehen? Wir sind fassungslos anhand der gesehenen Bildern und dem Bericht der Berliner Morgenpost. Der Amtsdirektor erhält hoffentlich bei den nächsten Wahlen seine Quittung.

Ulrike Rilke, per E-Mail

Welcher Schaden für den Fortbestand der BRD wäre eingetreten, wenn die Behörden im Fall des Zwangsanschlusses an das öffentliche Abwassersystem in Brandenburg nicht mit solcher Polizeigewalt vorgegangen wären? Und ist die freiheitlich demokratische Grundordnung gefährdet, weil in Hessen eine Familie ihre Kinder selbst hervorragend unterrichtet, ohne sie in die Schule zu schicken und dafür jetzt tatsächlich in das Gefängnis gehen soll? In beiden Fällen fordern die Bürger nicht irgendetwas vom Staat, sondern werden selbst tätig. Aber solche mündigen Bürger sind wohl im bürokratischen Denken und Handeln nicht vorgesehen. Ich rufe alle Politiker auf, die vorgeben für den Bürger handeln zu wollen, hier einzugreifen, um weitere Untaten zu verhindern.

Klaus-Jürgen Langner, per E-Mail

Im Land Brandenburg ist offensichtlich das sogenannte Recht wichtiger als der gesunde Menschenverstand! Seit langem wird über das immer trockener werdende Brandenburg geklagt, das aber Spezialisten auch die gängige Praxis, das Abwasser über große Klärwerke schnell in die Flüsse wegzuleiten, kritisieren, weil dadurch der Grundwasserspiegel immer weiter sinkt, scheint keinen zu interessieren. Wenn das Wasser in biologischen Kleinkläranlagen versickert, ist das besser für die Umwelt, für den Betreiber und uns alle. Nur die überdimensionierten Abwasserzweckverbände schreien auf! Die Polizei wird hier benutzt, um Gesetze durchzusetzen die doch überprüft werden sollten. Und sie bekommt damit obendrein auch noch den schwarzen Peter zugeschanzt!

Renate Just, per E-Mail

Ich finde es skandalös, einen Hausbesitzer zu zwingen, den kostenpflichtigen Anschluss zu akzeptieren, wenn seine private Anlage den gleichen Zweck erfüllt. Weil der Abwasserverband sich verspekuliert hat soll, der Anwohner dafür gerade stehen - das ist doch Willkür des Staates. Man muss sich für sein Land schämen: Ein Abwasserverband kommt mit Gericht und Polizei. Wer schützt die Bürger vor solchen Zwangsabgaben?

Bernd Höpfner, per E-Mail

Es ist kein Zufall, dass die Polizei um sechs Uhr morgens das Grundstück besetzt hat. Ist es nicht toll, dass die Polizei einen Platzverweis gegen einen Grundstückseigentümer verhängt, auf dessen eigenem Grundstück? Soweit sind wir schon gekommen. Und da regt man sich über die DDR auf wie undemokratisch diese doch gewesen sei. Nichts anderes ist auch das Amt Oberspreewald!

Klemens Romberg, per E-Mail

Folge des Rauchens sind kostenintensiv

Zum Artikel "Die Linke kämpft um Rauchverbot" vom 11. September und "Ringen um das Rauchverbot" vom 4. September

Möglichst tief greifende Eingriffe in die Lebensbereiche der Bürger und möglichst weitreichende Kontrollen: Das entspricht dem Selbstverständnis einer Partei, deren Denkstrukturen tief in der Diktatur verwurzelt sind. Insofern ist die Haltung der Linken zum Rauchverbot keine Überraschung. Über die Möglichkeit einer Kennzeichnungspflicht mag man gar nicht erst nachdenken. So lasch mag man mit dem Bürger nicht umgehen. Umso mehr verwundert es, dass auch in anderen Bundesländern über eine Zusammenarbeit mit dieser Partei nachgedacht wird, deren Wesen doch zutiefst der freiheitlich-demokratischen Grundordnung widerspricht.

Rainer Girbig, Teamleiter, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten Bezirksverwaltung Berlin

Glückwunsch für Kunstbeitrag

Zum Artikel "Berliner Kunstmesse geht neue Wege" vom 7. September

Aber hallo: Jetzt bin ich wirklich beeindruckt! Herzlichen Glückwunsch zu diesem Beitrag in der Berliner Morgenpost, den man angesichts der ansonsten kläglichen Kunstkritik nicht anders als mutig bezeichnen kann.

Edmund Piper, per E-Mail

Zweierlei Maß bei Beschimpfung?

Zum Artikel "Angeklagten als Arschloch bezeichnet", vom 10. September

Dass also von einem Landgericht (!) dem Beklagten eine Anklageschrift zugestellt wird, in der er als "Arschloch" tituliert wird, mag nur im ersten Moment als komisch erscheinen, letztlich ist aber kein "kleiner Fehler", sondern ein richtiger Skandal. Dabei ist nicht allein die Schriftform, vielmehr auch die gedachte Einstellung gegenüber dem Beklagten, unerhört und unentschuldbar. Ich möchte nicht wissen, was mir widerfahren würde, wenn ich einen Staatsanwalt in einem Schreiben als "Arschloch" titulieren würde. Ob mir dann die Einlassung helfen würde, dass das Schreiben nur versehentlich versendet worden und daher ohne Vorsatz und auch nicht als "öffentlich" anzusehen ist, wage ich sehr stark zu bezweifeln.

Frank Künzel, Kladow

Empfehlung für ein trauriges Buch

Zum Artikel "Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist" vom 11. September

Wir sollten dieses jetzt eben erschienene Buch "Deutschlands sexuelle Tragödie" des Publizisten Wolfgang Büscher und des Leiter des christlichen Kinder- und Jugendwerkes "Arche" in Hellersdorf, Bernd Siggelkow, als Signal und Warnung nehmen, weil es eine Wirklichkeit beschreibt, die in Teilen unserer Jugend zu beobachten ist.

Und wenn wir dieses Buch ernst nehmen, was es verdient, dann sollten wir auch gleich fragen ob in Kinderkrippen gelernt wird, was Liebe ist. Liebe und Leben gehören zusammen. Wo die Liebe fehlt, breitet sich Unrecht aus.

Reinhard Widmann, Zehlendorf

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Konrad Jahr-Weidauer kümmert sich als Redakteur um die Leserbriefe. Er ist Ansprechpartner und Mittelsmann zwischen Lesern und Redaktion.