Literatur

Schriftstellerin Herta Müller erhält Heinrich-Böll-Preis

Die Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, 61, erhält den diesjährigen, mit 20.000 Euro dotierten Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln.

Keine andere Autorin sei in ihrem Schaffen dem künstlerischen und kritischen Geist Bölls so verwandt, erklärte Kölns Oberbürgermeister und Jury-Vorsitzender Jürgen Roters (SPD) zur Begründung. Die Auszeichnung wird am 20. November im Historischen Rathaus von Köln verliehen.

Die Jury lobte Müllers „schonungslose Schilderungen“ ihrer rumänischen Heimat. Man könne meinen, dass es nach dem Literaturnobelpreis von 2009 keinen Grund mehr gebe, die im deutschsprachigen Banat geborene und seit 1987 in der Bundesrepublik lebende Schriftstellerin abermals zu würdigen. Doch das Gegenteil sei der Fall. „Der Grundtrieb des böllschen Schreibens findet sich darin wieder: das Aufwachsen in einem repressiven Heimatland und dann das Erlebnis der Befreiung in einer neuen Gesellschaft; im Falle Bölls im selben Land nach 1945, im Falle Müllers durch die Ausreise nach Deutschland.“

In ihrem Werk thematisiert Müller die Folgen der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Sie studierte deutsche und rumänische Philologie und arbeitete als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. 1987 floh sie nach Deutschland.