Auszeichnung

700 Bewerbungen und drei Gewinner beim Art Prize Berlin

Mit einer Zeremonie und einer großen Party wurde der Berlin Art Prize nun schon zum dritten Mal verliehen.

Eine Jury, bestehend aus Monica Bonvicini, Natasha Ginwala, Elise Lämmer, Kitty Kraus und Willem de Rooij wählte aus über 700 Bewerbungen 30 Finalisten aus und ermittelte unter diesen drei Preisträger. Ausgezeichnet wurden Rike Horb, Jahrgang 1988, für ihre performative Skulptur „Flexible Wall/Gummimauer“, Julian Weber (1986) für seine Arbeit „Das Feld“, die Ausgangspunkt für seine tanzbasierten Performances ist, sowie Miriam Yammad (1979) für ihre Kurzvideos aus der Serie „Mimesis“. Sie setzt sich darin mit kultureller und geschlechtlicher Identität auseinander. Alle drei Preisträger erhalten ein Preisgeld, eine Residency in Griechenland und eine Trophäe.

Die Arbeiten der 30 Finalisten, darunter auch die Gewinner, sind nun bis zum 4. Juli in einer Ausstellung in der Malzfabrik in Tempelhof zu sehen. Dort sind mit Installationen, Zeichnungen, Malerei, Video- und Konzeptarbeiten sowie Performance fast alle Medien vertreten. Neben den ausgezeichneten Werken sticht hier die Arbeit „Flag 01-02“ von Stef Heidhues (1975) hervor, eine Installation aus Fahrradketten in Form von Fahnen. Interessant ist auch das minimalistisch abstrakte Wandobjekt „Sinus“ von Wanda Stolle.

Der Berlin Art Prize wurde zum ersten Mal 2013 verliehen und ist von Kunst- und Kulturschaffenden selbst ins Leben gerufen worden, um Künstler „der Stadt zu unterstützen und zu vernetzen“. Im Frühjahr 2012 kam den vier Gründern – der Kunsthistorikerin und Journalistin Sophie Jung, der Künstlerin und Kuratorin Zoe Claire Miller, der Autorin Alicia Reuter und dem Maler Ulrich Wulff – die Idee, einen unabhängigen Kunstpreis auszurufen, der jährlich vergeben werden sollte. Als No Names erlaubten sie sich den Spaß, ihrem Preis provokant und selbstbewusst den offiziell anmutenden Titel „Berlin Art Prize“ zu geben. „Vor dem Hintergrund der speziellen Berliner Produktionsbedingungen“, so ihre Begründung, „will diese Auszeichnung die Kulturschaffenden der Stadt in ihrer eigenständigen Arbeit ermutigen und in ihrem kreativen Prozess bestärken.“

Angesichts der vielen Tausend Künstler in Berlin fällt die Förderung durch Preise und Stipendien ihrer Ansicht nach unproportional gering aus. Also Anlass genug, ein Gegengewicht zu schaffen. Nicht große Namen stehen im Mittelpunkt der Auszeichnung, sondern die Kunst an sich. Getragen wird die Initiative von privaten Sponsoren und Sachspenden.

District Berlin, Malzfabrik, Bessemer Str. 2–14. Di–Sa 13–19 Uhr. Bis 4. Juli.