Präsentation

Pianist Barenboim schwärmt vom neuen Steinway-Flügel

Starpianist Daniel Barenboim, 72, will nur noch auf einem nach seinen Wünschen entworfenen und gebauten Konzertflügel spielen.

„So ist das eben, wenn man sich verliebt“, sagte der Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden am Dienstag in London, wo er den Flügel vorstellte. Er habe ihn vor sechs Wochen bekommen und etwa zehn Tage gebraucht, um sich daran zu gewöhnen. „Man muss ihn etwas anders spielen“, sagte Barenboim. In Berlin hat er ihn eingespielt, in Wien und Paris hat er darauf schon Sonaten von Franz Schubert gespielt, ab Mittwoch erklingt der Flügel bei vier Konzerten in London. Dann kommt er wieder zurück nach Berlin.

Auf den ersten Blick unterscheidet den Flügel wenig von den Steinway-Instrumenten, die Barenboim seit Jahrzehnten spielt. Innen ist aber vieles anders: So sind alle Saiten parallel gespannt und die Maserung des hölzernen Resonanzbodens verläuft in eine andere Richtung. Dadurch entstehe ein transparenterer, klarerer Klang, erklärte Barenboim. Die Idee kam ihm, als er 2011 in Siena den restaurierten Flügel des Komponisten Franz Liszt gespielt habe.

Bei der Umsetzung halfen der belgische Klavierbauer Chris Maene, der auf den Nachbau historischer Instrumente spezialisiert ist, Barenboims Techniker Michel Brandjes und die Firma Steinway & Sons. Der Pianist ist vom Ergebnis begeistert. Für die Massenproduktion ist das Modell nicht vorgesehen. „Wir haben bisher nur Verträge für zwei“, sagte Thomas Reyes von Steinway. Und was es kosten würde, sich auch einen Barenboim-Flügel bauen zu lassen, wollte er gar nicht erst verraten. Die meisten großen Pianisten spielen auf amerikanischen Steinway-Instrumenten, darunter Evgeny Kissin, Lang Lang oder Billy Joel. Wieder andere schwören auf Berliner Bechstein-Instrumente. Im heutigen Konzert der Staatskapelle im Konzerthaus spielt Saleem Ashkar einen Bechstein-Flügel.

( BM/dpa )