Jubiläum

„Elf Schaufenster“ für Maler, Möbel und gestaltete Kunstteppiche

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Andrea Hilgenstock

Ein Faible für Design besitzen Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid schon lange. Mitte der 90er-Jahre führte dieses zu einem ambitionierten Möbelprogramm mit renommierten Malern und Bildhauern.

Jochen Gerz, Georg Karl Pfahler oder Franz Erhard Walther entwarfen formschön Nützliches und vermischten Kunst mit Handwerk. Nun wollte es das Verlegerpaar noch einmal wissen und eröffnete einen Laden: „Elf Schaufenster“ für Kunst und Design.

Anlässlich des 25-jährigen Verlagsjubiläums wurde die Idee zu dem neuen Projekt geboren. „Das wollten wir immer schon mal machen“, berichtet Gabriele Lindinger, die gut gestaltete Gegenstände liebt. So gibt es nun zum kritischen Journalismus der „Kunstzeitung“, zur Öffentlichkeitsarbeit etwa für die Art Karlsruhe und weiteren Publikationen auch Designerstücke zum Anfassen. Unweit des Verlages in Friedenau fanden die Unternehmer lichte Räume in der Saarstraße 1.

Dort zu stöbern, macht Laune. Präsentiert wird ein abwechslungsreicher Mix ausgewählter Objekte der freien und angewandten Kunst. Darunter Blumiges wie ein schwarzgrundiger Magnolien-Teppich von Vivienne Westwood, Blütenteller von Robert Mapplethorpe oder ein Seidenkleid von Dolce & Gabbana. Den Hintergrund für diese stimmige Kombination bildet Lowell Nesbitts Gemälde einer lila „Orchidee“ (1976). „Elf Schaufenster“ bietet spannende sowie gewagte Themenensembles, Unikate und limitierte Editionen. Poppiges wie Andy Warhols Siebdruck von „Beuys“ aus dem Jahr 1983 trifft auf Eero Aarnios knallroten Tomato-Sessel. Zu entdecken ist Schlangen-Schmuck von Anna Dello Russo ebenso wie Künstler-Möbel. Ein Schränkchen von Gerz etwa, das mit Schubladen für „Konzeptkunst“ und „Erste Hilfe“ aufwartet. Individuelle Objekte aus Design, Mode und Kunst in einen fröhlichen Dialog gebracht, findet man nicht alle Tage. Im Gegensatz zu den bekannten Concept Stores, wo Gegenstände mehr oder weniger isoliert bleiben, lassen sich bei Lindinger + Schmid gemeinsame Wurzeln erforschen und Zusammenhänge vertiefen. Selbstverständlich kann der Besucher auch kaufen. Die Preise beginnen bei 15 Euro für ein kleines Tablett und reichen bis 41.000 Euro.