Krimi

Wer steckt schon einen Menschen in den Häcksler?

Dass der Suderer Bartl eines Maimorgens lustvoll auf einem Wacholderzweig herumgekaut hat, hätte der Königsweg zur Lösung des Mordes an dem imposanten Mannsbild sein können.

Doch niemand schenkte diesem Detail Beachtung, und so blieb die Zerteilung Bartls in einem Häcksler erst einmal ungesühnt. Dabei war der Suderer Bartl gar kein richtiger Bayer, sondern eigentlich ein zugezogener Schwede, Bertil Carlsson, der einst einen Platz im Nobelpreiskomitee für Medizin innehatte, wie Jörg Maurer zum Auftakt seines brillanten Kriminalromans „Der Tod greift nicht daneben“ verrät.

Wieder entführt Maurer, der Kabarettist und Krimiautor, ins idyllische Werdenfelser Land, in jenen berühmten Kurort, aus dem auch der Autor stammt. Und in dem Hubertus Jennerwein und sein Team ermitteln: War der Tod Carlssons ein Unfall? War es Mord? Wer stopft schon einen Menschen in einen Häcksler?

Die Gerichtsmedizinerin bringt die Kommissare auf die Spur. Nachdem die geschredderten Knöchelchen akribisch in ihren ursprünglichen Zusammenhang gebracht worden sind, ist der Schrecken groß: An der Leiche fehlt eine Hand! Die Ermittlungen führen nach Rumänien, wo das Abtrennen von Händen eine gewisse kriminelle Tradition gehabt haben soll.

Jörg Maurer ist ein Meister des so grotesken wie derben Humors, niemals jedoch wird es niveaulos, Maurers detailreiche Sprache findet immer wieder verblüffende Bilder. Das ist Unterhaltungsliteratur deluxe. „Der Tod greift nicht daneben“ ist sein Alpenkrimi-Streich – eine turbulente, kriminalistische Achterbahnfahrt.

Jörg Maurer: Der Tod greift nicht daneben. Scherz Verlag, 445 S., 14,99 Euro.