Landespolitik

Rostocker Bürger wollen Intendanten wieder einstellen

Im Volkstheater Rostock wird mit großer Spannung auf die Entscheidung von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zur Wiedereinstellung des Volkstheater-Intendanten Sewan Latchinian gewartet.

„Wir haben extremen Zeitdruck, bedingt durch die Planung für die kommende Spielzeit“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer des Volkstheaters, Stefan Rosinski, am Dienstag in Rostock.

Die Rostocker Bürgerschaft hat am Montagabend beschlossen, dass die Kündigung Latchinians rückgängig gemacht wird, und Methling angewiesen, diesen Beschluss umzusetzen. Diesem bleiben nun 14 Tage Zeit, um in Widerspruch gehen zu können. Er hatte am Montag gesagt, dass er vermutlich die 14 Tage in Anspruch nehmen müsse.

In Kürze müssten die Bauproben für die Vorführungen von September an erstellt und die Produktionsteams verpflichtet werden, sagte Rosinski. Es gebe dafür keine zwei Wochen Zeit, die Methling für seine Reaktion hat. Das bedeute letztlich, dass er als kommissarischer künstlerischer Leiter des Theaters Entscheidungen zu treffen habe, die Latchinian im Falle seiner Wiederkehr akzeptieren muss, erklärte Rosinski.

Ende März hatte der Hauptausschuss der Bürgerschaft Latchinian gekündigt. Grund war unter anderem ein umstrittener Vergleich der Theaterpolitik des Landes mit Kulturzerstörungen der Terrormiliz Islamischer Staat. Methling hatte für diese Entscheidung auch angeführt, dass der Intendant den Bürgerschaftsbeschluss zur Neustrukturierung des Theaters und gleichzeitiger Streichung von zwei Sparten angezweifelt hatte.