Film

Regie-Legende Manoel de Oliveira stirbt mit 106 Jahren

Die portugiesische Regie-Legende Manoel de Oliveira ist gestorben.

Filmproduzent Luis Urbano verkündete am Donnerstag die Todesnachricht unter Berufung auf die Familie. De Oliveira wurde 106 Jahre alt. Portugiesischen Medien zufolge starb er in seinem Haus in Porto. Der Tod des preisgekrönten Regisseurs rief in Politiker- und Künstlerkreisen des Landes große Anteilnahme hervor, Lissabon ordnete eine zweitägige Staatstrauer an. „Die portugiesische Kultur hat heute eine ihrer größten Persönlichkeiten verloren“, sagte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. Präsident Aníbal Cavaco Silva nannte ihn einen „unvergleichlichen Zeugen“ der Landeskultur, der diese auch im Ausland bekannt gemacht habe. Margarida Gil, Präsidentin des portugiesischen Regisseursverbandes, sagte, de Oliveira sei durch seine Kinokunst „unsterblich“ geworden.

De Oliveiras Karriere begann 1931 – noch in der Zeit des Stummfilms. Er war bis kurz vor seinem Tod aktiv und schuf mehr als 50 Spiel- und Dokumentarfilme. Erste Schritte machte er als Darsteller in einem Stummfilm, bis er mit der Dokumentation „Harte Arbeit am Fluss Douro“ auch selbst als Regisseur tätig wurde. Im Laufe seiner langen Schaffenszeit gewann der Regisseur unter anderem den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig, die Goldene Palme von Cannes für sein Lebenswerk und wurde Mitglied der französischen Ehrenlegion.