Bühne

Nach IS-Vergleich: Theaterintendant soll entlassen werden

Nach dem umstrittenen Vergleich der Theaterpolitik im Nordosten mit Kulturzerstörungen durch die Terrormiliz Islamischer Staat steht der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, möglicherweise vor dem Aus.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) berief für Dienstag den Hauptausschuss ein. Einziges Thema ist die außerordentliche Beendigung des Vertrags mit Latchinian, sagte die Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion Rostocker Bund, Sybille Bachmann, am Donnerstag. Latchinian hatte den Vergleich am 9. März bei einer Demonstration in Neustrelitz gegen die Theaterfusionspläne der Landesregierung gezogen. In der internen Dringlichkeitsvorlage begründete Methling, dass diese Äußerungen gegen den Charakter des bis Juli 2019 laufenden Vertrags verstoße. Der Intendant habe über den Strukturwandel der Theaterlandschaft gesagt, dass die Pläne in ihren Konsequenzen auf einer unseligen Traditionslinie von Vandalismus liege, die Jahrtausende alt sei.

Latchinian hatte nachträglich die Gleichsetzung von IS-Zerstörungen oder die Sprengung der Leipziger Universitätskirche durch die DDR-Führung mit der Theaterpolitik im Nordosten als nicht beabsichtigt bezeichnet. Er wollte an die Verantwortung erinnern, behutsam mit dem Kulturerbe umzugehen. Allerdings habe er als Künstler das Recht auf poetische und satirische Zuspitzung.