Raubkunst

Staatsministerin genehmigt Rückgabe von Matisse-Bild

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Rückgabe des Matisse-Gemäldes „Sitzende Frau“ aus dem Bestand des verstorbenen Sammlers Cornelius Gurlitt freigegeben.

Grütters habe eine entsprechende Restitutionsvereinbarung zwischen Gurlitts Nachlassverwalter, den Erben des Kunstsammlers Paul Rosenberg und dem Kunstmuseum Bern unterzeichnet, sagte ein Sprecher der Ministerin am Mittwoch in Berlin. Das Gemälde des französischen Malers Henri Matisse (1869–1954) ist Teil der Sammlung, die Cornelius Gurlitt über Jahrzehnte in seiner Münchner Wohnung aufbewahrt hatte. Recherchen der Gurlitt-Taskforce hatten ergeben, dass das Bild mit höchster Wahrscheinlichkeit von den Nationalsozialisten dem jüdischen Sammler Paul Rosenberg geraubt worden war.

Sehr aufwendige Recherche

Auch die Rückgabe des Bildes „Zwei Reiter am Strand“ von Max Liebermann an die rechtmäßigen Besitzer wurde bereits vertraglich besiegelt. Beide Vereinbarungen müssen vom Nachlassgericht bestätigt werden. Wie lange das dauert, ist nach Angaben einer Sprecherin des Münchner Amtsgerichtes bislang noch nicht klar. Der Nachlassverwalter muss einen entsprechenden Antrag auf Herausgabe an das Gericht stellen. Die Taskforce des Ministeriums muss weiterhin aus Hunderten suspekten Werken weitere als Raubkunst identifizieren. Das ist eine detailreiche, sehr zeitaufwendige Recherche. Im Jahr 2013 hatte Gurlitts Sammlung weltweit Schlagzeilen gemacht. Monatelang stand der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt im Zentrum einer Debatte um Nazi-Raubkunst. Er starb schwer krank im Mai 2014 und vermachte seinen Besitz dem Kunstmuseum Bern, seine Cousine zweifelt das Testament jedoch an. Sie hatte aber eingewilligt, Werke, die eindeutig als NS-Raubkunst identifiziert werden, an ihren rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.