Fernsehen

Für etwas Salz: Mord in der schönen Provinz

Kommissar Dupin in seinem neuen Fall „Bretonisches Gold“

Wie wird eigentlich Salz gewonnen, das Gold der Bretonen? Eigentlich eine spannende Frage für den aus Paris stammenden Kommissar Dupin (Pasquale Aleardi), doch der hat wieder mal andere Sorgen, als sich um die Besonderheiten der Bretagne zu kümmern. Seine Freundin Lilou Breval (Almira El Sayed), eine Journalistin, ist nicht zu einem verabredeten Treffpunkt gekommen. Stattdessen wird auf Dupin geschossen, eine Kugel trifft seinen linken Oberarm. Lilou wird am nächsten Tag von der Brandung an den Strand getrieben – tot und mit einer Wunde am Kopf. Vor ihrem gewaltsamen Ende wollte sie sich mit Dupin treffen, um ihn über einen Umweltskandal zu informieren, der mit der lukrativen Salzgewinnung in Guérande zu tun hat.

„Niemand wird verhindern, dass ich diesen Fall aufkläre – und wenn es mein letzter ist“, brüllt Dupin seiner Kollegin Rose (Annika Kuhl) entgegen. Die ist nicht wirklich über Dupins Mithilfe und intensive Recherche erfreut, denn der impulsive Kommissar aus Concarneau ermittelt weit außerhalb seines Distrikts. Die Salinen der Halbinsel Guérande sind eine Autostunde von Concarneau entfernt und liegen fast vor den Toren von Nantes. Außerdem hat Rose mit Dupin noch eine Rechnung offen. Auch sie hatte sich auf den Posten in der Hafenstadt im Finistère beworben, doch der Kollege aus Paris bekam den Job. Nun treibt sie lieber mit dem Kollegen ein Katz-und-Maus-Spiel und droht ihn sogar zu inhaftieren, statt ihre eigenen Untersuchungen voranzutreiben.

„Bretonisches Gold“ ist der dritte Roman aus der Reihe der Provinzkrimis von Jean-Luc Bannalec. Bannalecs Romane sind immer auch ein Stück Reiseliteratur, in der der Autor die Schönheit der Bretagne anpreist, doch in Thomas Roths Verfilmung ist davon nicht so viel zu sehen wie in den beiden Vorgängerfilmen. Zu sehr steht der aktuelle und undurchsichtige Fall im Mittelpunkt. Nachdem „Bretonische Brandung“, Dupins zweiter Fall, einige Längen hatte, kann „Bretonisches Gold“ wieder besser gefallen.

Geradezu klischeehaft allerdings sind die weiblichen Rollen in „Bretonisches Gold“ besetzt. Jede der Schauspielerinnen würde auf dem Laufsteg eine gute Figur abgeben, hier stöckeln sie zwischen Salzbergen herum oder nehmen in unvorteilhafter Schutzkleidung Wasserproben. Auch bei den Liebesqualitäten des Salinenbesitzers Daeron wird schwer übertrieben. Der hat in seinem Städtchen bereits jede Schöne flach gelegt und ist selbstverständlich mit einer attraktiven Frau verheiratet. Marc Hosemann, Ensemblemitglied an Frank Castorfs Berliner Volksbühne, spielt diesen Schwerenöter unter Verdacht. Ob und wie es mit Kommissar Dupin weitergeht, ist noch offen. Autor Bannalec hat bislang drei Bücher geschrieben. Und die sind alle verfilmt worden.

„Kommissar Dupin – Bretonisches Gold“, ARD, heute , 20.15 Uhr