Theater

Frank Castorf: „Großes Interesse in Berlin, dass ich aufhöre“

Frank Castorf, langjähriger Intendant der Berliner Volksbühne, soll eigenen Angaben zufolge sein Amt abgeben.

„Es gibt ein großes Interesse in Berlin daran, dass ich aufhöre“, sagte Castorf der „Zeit“. Sein Vertrag endet 2016. „Wir haben jetzt eine kleine Verlängerung, aber keine, die ausreichen würde, die Volksbühne neu zu strukturieren“, erklärte er. Angaben zum vereinbarten Zeitpunkt seines Ausscheidens machte er nicht. Die Kulturverwaltung wollte den Bericht nicht kommentieren. Das Theater selbst erklärte am Abend, die Vertragsverhandlungen liefen noch, zum Ausgang könne man nichts sagen. Schon lange wird über die Zukunft des legendären Theaterdirektors spekuliert. In München hatte er zuletzt mit einer spektakulären Inszenierung von Bertolt Brechts „Baal“ für Aufsehen gesorgt. Sie wurde von den Erben gestoppt. Seit 1992 ist Castorf Intendant der Volksbühne. 2012 war sein Vertrag bis 2016 verlängert worden. Sein Abschied sei der Wunsch der neuen Berliner Kulturverwaltung, sagte er. „Von meiner Seite hätte ich, da ich nie ein Ende finden kann, auch an der Volksbühne keins gefunden.“ Zugleich warf er der Berliner Kulturpolitik „Nichtprofessionalität“ und „Unkenntnis“ dessen vor, was Theater ist.