Musiktheater

Immer mehr, immer besser

94 Prozent Auslastung: Schon wieder steigen in der Komischen Oper die Besucherzahlen

Neuinszenierungen von Jacques Offenbachs einziger Oper „Hoffmanns Erzählungen“ sowie von Tschaikowskis Drama „Eugen Onegin“ sind die Höhepunkte der kommenden Spielzeit 2015/16 an der Komischen Oper Berlin – werden diese Werke doch vom Intendanten Barrie Kosky inszeniert. Mit „Les contes d’Hoffmann“ wird wieder, entgegen der auf Walter Felsenstein zurückgehenden Tradition des Hauses, eine Oper in Originalsprache aufgeführt. Kosky verrät bereits auf der Pressekonferenz am Mittwoch einen besonderen Kniff seiner Inszenierung: Während die drei Frauenrollen der Oper von einer einzigen Sängerin (Nicole Chevalier) verkörpert werden, wird die Titelfigur entsprechend den Lebensaltern Hoffmanns in sieben Darsteller aufgeteilt – und unter anderem von einem Bariton gesungen wie in der Pariser Uraufführung im Jahr 1881. Mit der Inszenierung von „Eugen Onegin“ setze man eine große Aufführungstradition an der Komischen Oper fort, so Kosky.

Die Komische Oper hat ihre Besucherzahlen signifikant gesteigert. Von September 2014 bis Februar 2015 lag die Auslastung bei 94 Prozent – eine Steigerung um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. „Wir können deshalb aber nicht auf eine unbegrenzte weitere Steigerung hoffen“, konstatierte Kosky. In der Oper sei eine Auslastung über 70 Prozent immer ein Erfolg. Kosky sieht sich in seiner Programmplanung, die mittlerweile bis zu seinem neuen Vertragsende im Jahr 2022 reicht, bestätigt. „Das Besondere an der Komischen Oper ist die Vielfalt: Wir führen unsere Linie mit Operetten ebenso weiter wie das Programm mit anspruchsvollen großen Opern.“

Im November 2015 wird der ehemalige Intendant Andreas Homoki mit einer Inszenierung des Loewe-Musicals „My Fair Lady“ aus Zürich an sein altes Haus zurückkehren. Eine weitere Uraufführung für Kinder, die den gesamten Kinderchor zum Einsatz bringt, ist ebenfalls geplant: „Schneewittchen und die 77 Zwerge“. Ein weiterer Höhepunkt wird Heinrich Marschners nur noch selten aufgeführte Gruseloper „Der Vampyr“ sein, der, so Kosky, einen großen Einfluss auf Richard Wagner gehabt habe. Im Ausland wird die Komische Oper mit Koskys gefeierter Produktion der „Zauberflöte“ gastieren, unter anderem in Shanghai. Auch das Edinburgh-Festival, dem der Intendant seit Jahren verbunden ist, hat die Komische Oper mit Mozarts Dauerbrenner eingeladen – zuletzt war das Ensemble der Komischen Oper in Schottland im Jahr 1984 zu erleben.