Kritik

Tarifeinheitsgesetz bedroht deutsche Theaterschaffende

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) hat das am Donnerstag vom Parlament in erster Lesung behandelte Gesetz zur Tarifeinheit scharf kritisiert.

Das geplante Gesetz werde absehbar im Bereich der deutschen Theaterlandschaft „zu chaotischen Zuständen führen und den Betriebsfrieden gefährden“, teilte Präsident Jörg Löwer mit. Zahlreiche Details des Gesetzes seien unklar und auf Stadt- und Staatstheater in der Realität nicht anwendbar. „Massive Kollateralschäden sind unvermeidbar“, heißt es weiter.

An den deutschen Theatern bestünde die Gefahr, dass dann für alle Beschäftigten Verträge des öffentlichen Dienstes angewendet werden müssten, da der nichtkünstlerische Bereich in der Regel den größeren Anteil an den Beschäftigten stellt. In der Folge würde speziell das Solopersonal – also Schauspieler, Sänger, Tänzer, Dramaturgen, Regieassistenten – keine Jahresverträge auf Basis des Normalvertrag Bühne mehr erhalten, sondern nur noch kurzfristige Gast- oder Stückdauerverträge. Diese Gefahr für die Arbeits- und Lebensverhältnisse gelte es abzuwenden.