Festival-Moderation

Anke Engelke ist der Hammer – und flirtet mit James Franco

Wann kriegt Anke Engelke eigentlich mal eine Berlinale-Kamera? Oder einen Sonder-Bären – für großartige Moderationen?

Nichts ist schrecklicher als eine Festivaleröffnung. Lauter Promi-Gäste, die gebauchpinselt werden wollen. Lauter Sponsoren, die auch im Raum sitzen und genannt werden müssen. Ausländer, die einen verstehen müssen, aber auch Inländer, die nicht nur Englisch hören wollen. Ach, so viele Fallstricke.

Aber die Berlinale zündet einfach den Ladykracher. Und alles ist gut. Auch wenn der Eröffnungsfilm danach nicht so die Stimmungskanone ist, die Moderation davor ist super. Frau Engelke nimmt einfach das Mikro in die Hand und läuft wie zufällig durch die Reihen des Berlinale-Palasts. Mal gucken, wer da so sitzt. Ah, Udo Kier. Und wen hat er da an der Seite? „Na, Veruschka, kennst du die nicht?“ Klar kennt Anke Engelke auch Veruschka von Lehndorff, auch wenn die ihre Blütezeit hatte, als sie gerade geboren wurde. Sie fragt sie auch artig, was sie denn heute mache. Ah, Kunstperformances. Über den Tod, das das Leben. Auch über Vögelfuttern oder so was. Aber dabei verhaspelt sich Veruschka, es wird schlüpfrig und mehrdeutig, da zieht Anke Engelke lieber weiter. Kann man sowieso nicht übersetzen. Sie geht zu Olga Kurylenko, eine der Juroren des Kurzfilmpreises, und preist sie als „Hammer“. Auf einen deutschen Einwand hin, dass man das nicht sagen dürfe, reagiert sie barsch – und erklärt Frau Kurylenko, warum man in Deutschland als Frau einer Frau durchaus sagen darf, dass sie „der Hammer“ ist. Und schließlich James Franco. „Könnt ihr alle mal rausgehen?“, frotzelt sie, lehnt sich ihm gegenüber und flirtet ihn, schmachtet ihn ganz offen an. Nur um am Ende, als er darauf eingeht, scheinbar brüskiert zu sagen: He, ist doch alles rein beruflich!

Früher hätte jeder gewusst, wie man Anke Danke sagt. Heute kann sie das ja nicht mehr hören. Aber Frau Engelke, wir geben das jetzt einfach mal zurück: Auch Sie sind der Hammer!