Generation K+

Kann man knicken – und prima fliegen lassen

Paper Planes: Ein einfaches Papier falten, wieder öffnen. Mit den oberen Ecken eine Spitze basteln, Flügel und Flossen knicken und hui, saust der Papierflieger durch die Luft. Eine der ältesten, aber nachhaltigsten Arten, Langeweile auf der Schulbank zu vertreiben. Und wer hätte das gedacht: Solche Flieger faltet man heute noch, es gibt sogar richtige Meisterschaften, internationale gar, welcher am weitesten fliegt. Von einer solchen handelt der australische „Paper Planes“, mit dem die Kinderfilmsektion Kplus am Freitag eröffnet. Was für ein luftiger, schwereloser Auftakt. Und was für eine wunderschöne Metapher aufs Groß- und Flüggewerden.

Der 12-jährige Dylan (Ed Oxenbould) hat es ja wahrlich nicht leicht. Die Mama ist gestorben, der Vater („Avatar“-Star Sam Worthington) darüber trübsinnig geworden. Nicht er sorgt für den Sohn, sondern andersrum. Aber dann heißt es in der Bastelstunde Papierflieger bauen. Und während alle anderen kläglich scheitern, saust Dylans Modell in die Lüfte und wird nicht mehr gesehen. Dylan wird gefeiert, er darf bald bei den nationalen Jugendmeisterschaften in Sidney antreten. Dem Sieger winkt gar die Weltmeisterschaft in Tokio. Was für eine Chance für den kleinen Jungen, der noch nie aus seiner Heimat rausgekommen ist. Aber dazu braucht es erst mal das Antrittsgeld. Und einen Pa, den man aus der Depression reißen muss.

Es geht in Robert Connollys Kinderfilm natürlich um viel mehr als gefaltetes Papier. Es geht um Trauerarbeit, um Glück, das fortgeflogen ist, über Grenzen, die man überwinden will. Aber das alles ist ohne jeden didaktischen Zeigefinger erzählt. Immer wieder hebt die Kamera förmlich mit ab und gleitet schwerelos durch die Luft. Ein Film zum Wohlfühlen, ein beschwingender Generation-Auftakt. Daheim haben wir gleich ausprobiert, ob wir das noch können mit dem Papierfliegerbasteln.

Termine HdKdW, 6.2., 15.30 Uhr; Cinemaxx 3, 7.2., 14 Uhr; Filmtheater am Friedrichshain, 8.2., 10 Uhr, Toni, 8.2., 16 Uhr