Organisation

Welterbekomitee der Unesco will sich reformieren

Das Unesco-Welterbekomitee dringt auf Reformen.

Es gehe darum, das Welterbeprogramm für die Zukunft zu stärken, sagte die Vorsitzende des Welterbekomitees, Maria Böhmer (CDU), Staatsministerin im Auswärtigen Amt, am Freitag in Berlin. So müsse die Zahl der jährlichen Nominierungen zur Aufnahme von bedeutenden Orten in die Welterbeliste überdacht werden. Derzeit dürfen 45 Vorschläge pro Jahr eingereicht werden. Viele Mitgliedsländer verlangen eine höhere Zahl.

Böhmer gab zu bedenken, dass ein Großteil des Budgets in die Prüfung neuer Anträge und zur Beibehaltung bereits verliehener Titel fließe. Dafür werden 80 Prozent des Etats verwendet – und lediglich der Rest für den Erhalt bedrohter Stätten auf der Liste des gefährdeten Welterbes. Böhmer sprach von einem Missverhältnis. Dem Welterbekomitee stehen jährlich fünf Millionen US-Dollar zur Verfügung. Gespeist wird der Etat aus den Beiträgen der 191 Mitgliedsstaaten. Derzeit gibt es weltweit 1007 Welterbestätten. Böhmer beklagte zudem eine zunehmende „Politisierung“. Kriterien für die Verleihung des Titels sind laut Böhmer, dass eine Stätte von außergewöhnlichem und universellem Wert für die Menschheit sei. Es ginge „nicht um ein Erbe in einem bestimmten Land“. Die Reformen sollen bei einer Sitzung Ende Juni in Bonn beschlossen werden.