Berlinale

Für Nostalgiker

Mr. Holmes (Wettbewerb – außer Konkurrenz) Alle kennen Sherlock Holmes, aber was hat der Meisterdetektiv eigentlich gemacht, nachdem er in Rente ging? Regisseur Bill Condon betreibt hier wunderschöne Spekulation – und bereitet auch ein wenig Tolkien-Inzest: Ian McKellen, der ewige Gandalf, ist der alte Mr. Holmes, der in jung im Fernsehen bekanntlich von Benedict Cumberbatch gespielt wird, dem Drachen Smaug aus den „Hobbit“-Filmen.

Cinderella (Wettbewerb – außer Konkurrenz) 1951, bei der allerersten Berlinale, gewann der Disney-Trickfilm „Cinderella“ einen Goldenen Bären. Jetzt hat, 64 Jahre später, Kenneth Branagh, die Aschenbrödelei neu verfilmt. Diesmal als Realfilm, mit Stars wie Cate Blanchett und Lily James. Wieder ist es ein Disney-Film. Aber kann der Shakespeare-Mime auch Märchen? Bombastische Bilder und Opulenz waren jedenfalls schon immer sein Ding.

Vom Winde verweht (Retrospektive) Eigentlich fanden wir Vivian Leigh als Scarlett O’Hara ja immer schon zickig. Warum sollte sich Clark Gable als Rhett Butler in sie verlieben? Aber die Bürgerkriegsszenen haben auch heute nichts von ihrer Wucht verloren, und im Kino, noch dazu frisch restauriert, wirken die alten Farben noch mal ganz neu. Hat jeder schon zigmal gesehen, kann man aber immer wieder gucken!

Die Angst des Torwarts beim Elfmeter (Hommage) In seinen ersten großen Film steckte Wim Wenders alles rein, was ihm wichtig war. Auch seine Lieblingssongs. Weil die Musiklizenzen aber ausliefen, durfte der Film Jahrzehnte nicht gezeigt werden. Nun hat Wenders die Lieder aufwendig neu einspielen lassen und den alten Film restauriert. Der blinde Fleck kann endlich aufgearbeitet und wiederentdeckt werden.