Berlinale

Für Berliner

B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin (Panorama Dokumente) Die Insel Berlin der 80er-Jahre hatte ihren eigenen Soundtrack. Der dürre Blixa Bargeld hat daran mitgewerkelt, und Nick Cave, der in seiner Altbauwohnung „Berlin Gothik“ sammelte. Auch der Brite Mark Reeder war Teil dieser Szene – und hat alles mitgefilmt! Jetzt sind die einmaligen Dokumente zu entdecken: eine wilde Mischung aus Musikfilm und Doku. Eine Liebeserklärung an die Stadt!

Victoria (Wettbewerb) Berlin, das muss man ja keinem sagen, ist Partyhauptstadt Nummer eins. Eine junge Spanierin tanzt sich durch die Clubs und lernt vier Kumpel kennen, die in der Nacht aber noch ganz andere Dinge vorhaben. Und das Mädchen soll ihnen bei einem krummen Ding helfen. Sebastian Schipper, einer von gleich fünf Regisseuren im diesjährigen Wettbewerb, inszeniert die lange Nacht als einzige Drama-Tour-de-Force.

Jahrgang ’45 (Berlinale Classics) Einen ungeschönten Blick auf das Leben junger Menschen im Ostberlin wollte Jürgen Böttcher zeigen. Doch so viel Authentizität kam bei den DDR-Oberen nicht an. „Jahrgang ’45“ war einer von 12 DEFA-Filmen, die 1965/66 verboten wurden. Erst 1990 wurde er uraufgeführt. Jetzt ist er restauriert wieder zu erleben. Nicht nur ein Zeitdokument, sondern auch ein wunderschöner Berlin-Film.

Dora oder Die sexuellen Ängste unserer Eltern (Panorama) Klingt nach deutschen „50 Shades“, ist aber Hardcore-Drama: Schaubühnenliebling Lars Eidinger in einer ultra fiesen Rolle als Mann, der ein geistig behindertes Mädchen verführt. Und deren Eltern können, sie ist ja 18, nichts dagegen tun. Auch dieser Berlinfilm handelt letztlich von starken Frauen: der Mutter – und dem Mädchen, das seine Sexualität entdeckt.