Asyl und Exil

Brechtfestival thematisiert die Flüchtlingsdramen

Das Brechtfestival in Augsburg widmet sich in diesem Jahr Bertolt Brechts Zeit im Exil und den heutigen Flüchtlingstragödien.

Festivalchef Joachim Lang betont, dass Brecht in der Schaffensperiode ab 1933 im Exil die Werke geschaffen habe, die später als seine „klassischen“ bekanntwurden – wie „Mutter Courage und ihre Kinder“ oder „Der kaukasische Kreidekreis“. Damit habe der gebürtige Augsburger als Flüchtling ein Werk der Weltliteratur geschaffen, das die finsteren Zeiten des vergangenen Jahrhunderts auch für die danach Geborenen thematisiere.

Doch angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme hebt das Festival vom 30. Januar bis zum 10. Februar besonders das Thema Asyl und Exil im Jahr 2015 ins Programm. Brechts Werk sei „hochaktuell und brisant“, sagt Lang. Deswegen werde es beim Festival in den gegenwärtigen Kontext gestellt, indem zum Beispiel Exilautoren in Flüchtlingsheime gehen und dort aus ihren Büchern lesen. „Die aktuelle Problematik durchzieht das Festival in allen Veranstaltungen.“ Eröffnet wird das Brecht-Fest am kommenden Freitag mit einer eigenen Fassung von Brechts „Leben des Galilei“ mit Thomas Thieme („Das Leben der Anderen“) in der Titelrolle. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit regionalen Künstlern. „Wir erschließen neue Räume für die Kunst“, sagt Lang, „dafür braucht man eine lokale Verankerung“.