Würdigung

400 Trauergäste nehmen Abschied von Ralph Giordano

Unter dem Eindruck des Terroranschlags auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ haben am Donnerstag in Hamburg zahlreiche Vertreter von Politik und Kultur Abschied von dem Schriftsteller Ralph Giordano genommen.

„Er hätte auch zu ‚Charlie Hebdo‘ die richtigen Worte gefunden“, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Scholz würdigte Giordano als „Freiheitskrieger, der immer aggressiv, feinsinnig, aber klar und differenziert“ war. Der in Hamburg geborene Autor war am 10. Dezember im Alter von 91 Jahren in seiner Wahlheimat Köln gestorben. Unter den 400 Trauergästen waren auch Filmproduzent und Oscar-Preisträger Arthur Cohn, der Pianist Axel Zwingenberger sowie Landesrabbiner Shlomo Bistritzky, wie das Theater mitteilte.

Giordano, der am 20. März 1923 in Hamburg geboren wurde, war am 10. Dezember im Alter von 91 Jahren in seiner Wahlheimat Köln gestorben, wo er seit 1972 lebte. Der Bertini-Preis, benannt nach seinem Roman „Die Bertinis“, wird seit 1998 jedes Jahr am 27. Januar im Ernst Deutsch Theater verliehen und würdigt junge Menschen, die couragiert gegen Unrecht, Ausgrenzung und Gewalt eintreten. In dem autobiografischen Roman schildert Giordano, dessen Mutter Jüdin war, die Verfolgung seiner Familie unter den Nationalsozialisten.