Belletristik

Böse Menschen wollen die Evolution verhindern

„Extinction“ nennt der japanische Schriftsteller Kazuaki Takano seinen neuen Roman, also „Auslöschung“.

Es beginnt als klassischer Actionthriller. Der Söldner Jonathan Yeager wird für einen geheimen Auftrag angeworben. Im Kongo sei eine neuartige Ebola-Form aufgetaucht, mit drei anderen Söldnern soll er einen infizierten Pygmäenstamm auslöschen. Zur gleichen Zeit beginnt ein völlig neuer Handlungsstrang. Ein japanischer Pharmaziestudent erhält eine Nachricht seines gerade verstorbenen Vaters. In einem geheimen Labor soll er in vier Wochen ein neuartiges Medikament entwickeln. Helfen bei dieser Aufgabe sollen zwei Computer, auf denen außerordentlich weit entwickelte Programme installiert sind.

Einen dritten Handlungsstrang eröffnet Takano mit der Figur des US-Regierungsberaters Arthur Rubens. Er soll die Mission im Kongo von Washington aus überwachen, stellt aber schnell fest, dass die skrupellosen Minister – leicht als kaum verschleiertes Porträt der Regierung von George W. Bush zu erkennen – nicht das Wohl der Menschheit im Sinn haben, sondern nur ihre eigene Machterhaltung um jeden Preis. Lange Zeit stehen die Handlungsstränge nebeneinander, so als habe der Autor unterschiedliche Romane zusammengeschoben. Erst allmählich verknüpft Takano die verschiedenen Stränge. Dabei wird klar, dass es im Roman um eine ganz andere Art der Bedrohung geht. Durch eine abgefangene Email erfuhr der amerikanische Geheimdienst davon, dass bei dem Pygmäenstamm im Kongo ein neuartiges Wesen geboren wurde, das eine Weiterentwicklung des Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten sein könnte. Dieses Wesen könnte eine Bedrohung darstellen, entscheidet die Regierung, und daher soll es sterben.

Der Roman braucht lange, um wirklich in Fahrt zu kommen. Hat man sich jedoch einmal auf die Grundbedingungen der Erzählung eingelassen, bietet er äußerst spannende Unterhaltung.

Kazuaki Takano: Extinction. Aus dem Japanischen von Rainer Schmidt. C. Bertelsmann, 560 Seiten, 14,99 Euro.