Sanierungsmaßnahmen

Kunst bis 18 Uhr – Silvester schließt die Neue Nationalgalerie

Noch bleiben einige Tage Zeit, um das letzte Mal die Sammlung der Nationalgalerie zu sehen: Silvester, Punkt 18 Uhr, geht in Berlin eine Ära zu Ende.

Die Neue Nationalgalerie, eine Ikone der Klassischen Moderne von Baumeister Ludwig Mies van der Rohe, wird auf mindestens drei Jahre geschlossen. Nach fast einem halben Jahrhundert ununterbrochenem Betrieb muss der Glastempel am Kulturforum generalüberholt werden.

Die schlechte Nachricht: Nach dem weltberühmten Pergamonaltar, der ebenfalls wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis 2019 nicht zu sehen ist, muss die Bundeshauptstadt damit langfristig auf ein zweites kulturelles Highlight verzichten. Eine der international wichtigsten Sammlungen moderner Kunst mit Schlüsselwerken von Pablo Picasso bis Andy Warhol, von Ernst Ludwig Kirchner bis Gerhard Richter wandert weitgehend ins Depot. Insgesamt veranschlagt Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer rund ein Jahr für diese sogenannte Baufreimachung.

Natürlich können bei einem solchen Haus am 1. Januar nicht gleich die Bagger anrücken. Rund 1600 Kunstwerke und mehrere große Skulpturen müssen erst fachmännisch abgenommen, verpackt und in Depots gebracht werden. Zudem sollen Experten die gesamte auf Mies zurückgehende Innenausstattung bergen – vom Lichtschalter bis zu Holzpaneelen, um sie später wieder im Originalzustand einbauen zu können.

Ehe die Handwerker dann im gläsernen Museum die Regie übernehmen, tritt die Band Kraftwerk vom 6. bis 13. Januar in der Glashalle auf. In acht Konzerten wollen die Pioniere des Elektro-Pop ihre Alben in chronologischer Reihenfolge aufführen. Die Karten sind schon lange restlos ausverkauft.