Kunst

Sammlung Frieder Burda: Liebesgrüße an Gerhard Richter

Ein Wirrwarr von Strichen fügt sich zum Körper einer unbekleideten Frau zusammen. Sie hängt kopfüber.

Die Arme auf einigen Bildern über Kreuz, auf anderen gerade nach unten hängend. In seinen „Straßenbildern“ stellt Georg Baselitz die Welt auf den Kopf. Ein Stück weiter verdeckt schwarze Ölfarbe das eigentliche Bild. Was unter dem Schwarz ist, bleibt Arnulf Rainers Geheimnis. Die Ecken liegen frei und geben lediglich einen kleinen Hinweis auf das Bild darunter. Kompromisslos stellt Rainer das Abbild von Van Gogh auf seine Weise dar. Das Ergebnis: Van Gogh wird in einen „Zigeunerkönig“, „Schneidermeister“ oder gar einen Punk verwandelt.

Diese Werke sind Teil der Ausstellung „..... Höhere Wesen befehlen“ in der Kunsthalle der Deutschen Bank. Zum zehnjährigen Bestehen des Frieder Burda Museums in Baden-Baden werden kaum gezeigte Papierarbeiten aus der Sammlung gezeigt, große Maler wie Baselitz, Kooning, Richter, Polke, Rauch und Richter sind vertreten.

Mit 24 Kohlezeichnungen eröffnet Baselitz den Ausstellungsreigen. Ihm gegenüber hängen die Spätwerke von Willem de Kooning, die durch die aggressive Strichführung nur schwer erkennbar sind. Beide Künstler arbeiten ähnlich brachial und abgründig mit ihren Figuren. Typisch für die Vertreter der Nachkriegskunst zeigen diese Werke ein abgründiges Menschenbild, unkultiviert und düster.

Ganz im Gegensatz zu den Werken von Sigmar Polke. Er erhebt die Kartoffel eigensinnig zum Wahrzeichen deutscher Wirtschaftswundergemütlichkeit – mit einem Lächeln in den großen Augen. Auf Polkes Skizzen ist eine Frau zu sehen. „Mach mich glücklich nur mit Richter“ steht auf dem Bild geschrieben. Das klingt wie eine Huldigung, die Sigmar Polke seinem langjährigen Freund Gerhard Richter zukommen lassen wollte. Dazu passend hängen auch Bilder von Gerhard Richter im Raum.

Eine Treppe führt nach oben in einen Raum, in dem die titellosen Mischtechniken von Neo Rauch hängen. Sie sehen aus wie unterschiedliche Episoden aus einem surrealistischen Comic, die jedoch ohne chronologische Verbindung sind. Die Einflüsse von modernen Comics in seinen frühen Zeichnungen sind nicht zu leugnen und scheinen den Künstler sehr geprägt zu haben.

Burdas Sammellust begann 1968. Auf der Documenta in Kassel entdeckte er eine leuchtend rote Leinwand, in der drei Schnitte klaften. Das Bild von Lucio Fontana wurde zum Grundstein seiner Kollektion. Burda ist heute einer der wichtigsten Sammler des Landes.

Deutsche Bank, Kunsthalle, Unter den Linden 13/15, Mitte. Täglich 10-20 Uhr. Bis 8. März. Montag Eintritt frei.