Kleinkunst

Kurt Krömer nimmt Abschied vom Fernsehen

Berliner Komiker will sich ganz auf die Bühne konzentrieren

Kultkomiker und Grimme-Preisträger Kurt Krömer nimmt Abschied vom Fernsehen. „Ich habe mich dazu entschlossen, ab 2015 meinen künstlerischen Schwerpunkt ausschließlich auf die Bühne zu verlagern“, schrieb der 40-Jährige am Freitag an den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

„Ich bedanke mich bei Ihnen für die zwölfjährige Zusammenarbeit und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft“, so Krömer weiter. Die parallele Arbeit auf der Bühne und für das Fernsehen sei „nicht mehr vereinbar“ mit seinem Wunsch, dem Publikum „Substanz und gut ausgefeilte Inhalte anzubieten.“

Erster TV-Aufritt 2004 im RBB

RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle sagte: „Kurt Krömer ist immer für Überraschungen gut, davon können seine Gäste ein Lied singen und das ist eine seiner großen Qualitäten. Wir können seinen Dank nur ausdrücklich erwidern. Wir arbeiten gern und gut mit ihm seit seinem ersten großen TV-Auftritt 2004 in der ‚Kurt Krömer Show‘ im RBB zusammen und achten natürlich seine Entscheidung für die Bühne.“

Kurt Krömer entwickelte nach der „Kurt Krömer Show“ mit dem RBB die Sendung „Bei Krömers“, für die er 2006 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Comedy erhielt. Mit „Krömer – Die Internationale Show“ wechselte der Komiker ins Erste, wo er zuletzt mit drei Staffeln der „Krömer Late Night Show“ Erfolg hatte.

Claudia Nothelle würdigte seine Bedeutung: „Kurt Krömer ist von der Berliner Lokalgröße zum bundesweit gefeierten Star aufgestiegen. Wir sind glücklich, diesen Weg gemeinsam mit ihm gegangen zu sein, mit dem Grimme-Preis 2011 für seine Fernsehshow als besonderem Höhepunkt. Er hat unser Programm und die gesamte deutsche TV-Unterhaltungsszene nachhaltig bereichert. Er kann polarisieren und nicht zuletzt damit unsere Zuschauerinnen und Zuschauer mehr als zehn Jahre lang blendend unterhalten. Seine Fans in den Sälen und Hallen in der Republik dürfen sich darauf auch in Zukunft freuen, wir wünschen Kurt Krömer Glück und sagen: Mach’s jut, Nachbar!“

Krömer ist ein Gastgeber, bei dem sich keiner sicher fühlen kann. Das kriegte auch der Journalist und Buchautor Matthias Matussek vergangenes Jahr zu spüren. Krömer nannte ihn „Puffgänger“. Daraufhin wollte Matussek die Sendung verhindern. Doch die Produktionsfirma der „Late Night Show“ lehnt das Herausschneiden der Passagen ab.