Aufzeichnungen

Humboldts Amerika-Tagebücher erstmals ausgestellt

Ein Glanzstück: Ein Jahr nach dem spektakulären Erwerb der Amerika-Tagebücher stellt die Berliner Staatsbibliothek das Schlüsselwerk des Forschers Alexander von Humboldt erstmals für das große Publikum aus.

Die Aufzeichnungen Humboldts von seiner Forschungsreise von 1799 bis 1804 gelten nach den Reisen von Kolumbus als „zweite Entdeckung Amerikas“. Auszüge der Tagebücher werden im Original bis Sonnabend in der Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße gezeigt. Gleichzeitig wird der erste Teil der Tagebücher im Internet freigeschaltet.

Auf mehr als 4000 Seiten hielt Humboldt (1769-1859) seine Reise durch Südamerika, Mexiko und der Karibik fest. Er zeichnete Pflanzen und Tiere nach, kartierte das Gestein, registrierte Luft- und Wassertemperatur und stellte allerlei Experimente an. So setze er etwa Pferde in einem Teich mit Zitteraalen aus, um ihre Reaktion auf die Stromstöße der elektrisch geladenen Fische zu beobachten. Der Stiftung Preußischer Kulturbesitz war es nach langwierigen Verhandlungen gelungen, die Tagebücher von einem Humboldt-Nachfahren für Deutschland zu sichern. Begehrlichkeiten waren auch in den USA und Mexiko laut geworden. Privatleute und Universitäten waren bereit, sehr viel Geld für das Werk zu zahlen.

Humboldt reiste über Venezuela nach Kuba, kreuzte dann nach Kolumbien und ging über Land und Fluss in Richtung Ecuador und Peru. Abwechselnd auf Deutsch und Französisch notiert der forsche Aufklärer aus Berlin auch seine Eindrücke über viele persönliche Begegnungen.