Personalien

Machtkampf: „Spiegel“-Chefs müssen gehen

Wolfgang Büchner und Ove Saffe verlassen das Magazin

„Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner verlässt das Hamburger Magazin zum 31. Dezember dieses Jahres. Das teilte der Verlag am Donnerstag in der Hansestadt mit. Über seine Nachfolge werde „in Kürze“ entschieden. Medienberichten zufolge soll der stellvertretende Chefredakteure Klaus Brinkbäumer aufrücken. Die Verantwortung für „Spiegel online“ übernehmen kommissarisch dessen stellvertretende Chefredakteure Barbara Hans und Florian Harms.

Zu den Gründen für die Trennung machte das Unternehmen keine Angaben. Der Abschied erfolge in „gegenseitigem Einvernehmen“, hieß es in der Mitteilung des Verlags weiter. Auch der Geschäftsführer des „Spiegel“-Verlags, Ove Saffe, wird demnach sein Amt bis spätestens Mitte 2015 niederlegen. Er stehe allerdings vorerst noch so lange weiter zur Verfügung, bis seine Nachfolge geregelt sei.

Seit seinem Amtsantritt als Gesamt-Chefredakteur des „Spiegels“ liegt Büchner mit den Print-Redakteuren im Streit. Büchner sollte die engere Verzahnung von Print und Online vorantreiben. Sein Konzept „Spiegel 3.0“ traf aber auf heftigen Widerstand. Die Print-Redakteure hatten die Verlagsführung Anfang November aufgefordert, das „offensichtliche Führungsvakuum“ zu beenden. Zudem stieß der 48-Jährige bei den Mitarbeitern mit Entscheidungen zur Neubesetzung wichtiger Posten auf Kritik. So machte er den früheren „Bild“-Journalisten Nikolaus Blome zu seinem Stellvertreter und zum Leiter des Berliner Hauptstadtbüros von „Spiegel“ und „Spiegel online“. Beim „Spiegel“-Verlag ist der Einfluss der Mitarbeiter auf alle Personal- und Strategiefragen aufgrund der sehr ungewöhnlichen Besitzverhältnisse groß. Knapp die Hälfte des Unternehmens gehört einer Beteiligungsgesellschaft der Belegschaft, die damit entscheidenden Einfluss nehmen kann.