Kinderbuch

Rotzfrech: Dylans komisches Leben mit seinem Mr. Dog

Die Pubertät pulst ihm aus allen Poren. Dylan ist 16 und ein typischer Teenager – mit ein paar speziellen Problemen.

Da wäre zunächst Mr. Dog, wie er seine Krankheit nennt. Mr. Dog bricht aggressiv knurrend und fluchend aus Dylan heraus, wenn er wieder einmal einen seiner Tourette-Anfälle hat.

Das stört ihn im Moment vor allem beim Anbändeln mit der attraktiven Michelle auf dem Hof der Sonderschule. „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ lautet deshalb das selbstgesteckte Ziel des Jugendlichen, und genau so heißt auch der rotzfreche, tragikomische Roman des Schotten Brian Conaghan.

Dylans Leben ist schon kompliziert genug. Als er dann bei einer Untersuchung im Krankenhaus Wortfetzen einer Unterhaltung seiner Mutter mit dem Arzt aufschnappt, ist er sicher: Er hat nur noch sechs Monate zu leben. Aber seine Mutter will nicht mit ihm darüber reden. Also beschließt Dylan für sich allein, dass er vor seinem Tod unbedingt noch drei Dinge tun will.

Er macht eine Liste: Mit einem Mädchen schlafen (am liebsten mit der abweisenden, aber super sexy Michelle), einen neuen besten Freund für seinen pakistanischen, von den anderen Mitschülern gemobbten Freund Amir finden und seinen in Afghanistan als Soldat kämpfenden Vater nach Hause holen. Die Stärke von Conaghans tragikomischem Buch ist die konsequente Erzählweise. Aus der Sicht von Dylan erlebt der Leser das reiche, aber schwierige Leben des Jungen mit Handicap. Der Autor trifft den pubertären Slang perfekt – Dylans Sprache ist voller Wortspiele und Rap-Einlagen.

Brian Conaghan: Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe, Arche Literatur Verlag, München, 320 S., 19,99 Euro.