Exposition

Sammlung Pietzsch: Das Warten geht weiter

Drei Reden sind viel für die Eröffnung einer Ausstellung mit nur 20 Bildern.

Stiftungspräsident Hermann Parzinger lobt am Montagabend die Kollektion Pietzsch als „Privatsammlung von nationaler Bedeutung“, würdigt noch einmal das Mäzenatentum des Ehepaares Ulla und Heiner Pietzsch. „20 Werke für das 20. Jahrhundert“ steht in roten großen Lettern an der Wand in der unteren Halle der Nationalgalerie. Gleich daneben, wie eine Mahnung: „Für einen Erweiterungsbau der Neuen Nationalgalerie“. Den gibt es bis heute noch nicht – das Ehepaar Pietzsch unterschrieb den Schenkungsvertrag bereits 2009. Seitdem warten sie auf eine Entscheidung. Die Mini-Schau mit Werken von Joan Miro, Max Ernst und Pablo Picasso zeigt stellvertretend die Qualität der Sammlung und zeigt auch, wie überfällig ein „Museum der Moderne“ ist. Das Geld dafür muss allerdings vom Bundestag bewilligt werden. „Wir sollen es in die Hände der Politik legen“, sagt Parzinger.

Das genügt Heiner Pietzsch nicht. „Schöne Reden“, meint er, „bringen uns nicht weiter.“ Er ist 84 Jahre, braucht eine klare Lösung, „ich möchte das Problem nicht meiner Frau überlassen“. Bis Ende des Jahres will er noch warten, das sei die letzte Frist. Eins allerdings freut ihn, dass die jetzige Präsentation beweist, wie sich seine Surrealisten-Sammlung ganz selbstverständlich einfügt in den Bestand der Nationalgalerie. Als kleines Museum im Museum. So etwa könnte es sein, wenn es den Neubau gäbe.