Kunst

Provenienzforschung wird von Berlin nach Magdeburg verlegt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will mit dem neuen Zentrum für Kulturgutverluste die Suche nach NS-Raubkunst ausbauen und beschleunigen.

Dafür soll auch die bisherige Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin an das neue Zentrum in Magdeburg überführt werden, kündigte die CDU-Politikerin in einem Gespräch mit dem Kunstmagazin „art“ an. Zudem werde eine Geschäftsstelle für die Vereinigungen der freiberuflichen Herkunftsforscher finanziert, so Grütters. „Deren Arbeit ist existenziell wichtig für die Glaubwürdigkeit der Provenienzrecherche – eben weil sie unabhängig sind.“

Das neue Zentrum soll Ende des Jahres in Magdeburg an den Start gehen. Dort gibt es schon bisher die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste und die „Lost-Art“-Datenbank. Über die 2001 eingerichtete Datenbank werden Such- und Fundmeldungen von Institutionen oder Privatpersonen öffentlich dokumentiert. Zur Wahl des Standorts sagte Monika Grütters: „Ich wollte nicht nur symbolisch deutlich machen, dass es sich nicht nur um eine Bundesaufgabe handelt, sondern dass die Pflicht zu Provenienzrecherche dezentral für ganz Deutschland und seine Museumslandschaft gilt.“ Die Berliner Arbeitsstelle für Provenienzforschung war bisher mit sieben Beschäftigten Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Sie bekommt vom Bund seit 2014 vier Millionen Euro jährlich für die projektbezogene Suche nach NS-Raubkunst.