Bilanz

Bayreuther Festspiele blicken auf ein schweres Jahr zurück

Bei Ebay gab es bezahlbare Tickets, beim „Tannhäuser“ eine historische Panne, die Bundeskanzlerin schwänzte die Eröffnung, erneut entbrannte eine Debatte um die Qualität der Sänger – und Regisseur Frank Castorf ließ kein gutes Haar an der Festspielleitung.

Die 103. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth, die an diesem Donnerstag mit der umstrittenen „Tannhäuser“-Inszenierung von Sebastian Baumgarten so enden, wie sie begonnen haben, machten auch ohne neue Opernproduktion auf dem Grünen Hügel viele Schlagzeilen – und erfreulich waren davon längst nicht alle.

Beobachter und Kritiker sagen, dass Bayreuth seine Exklusivität einbüßt. Tatsächlich wurden schon deutlich mehr Promis auf dem Grünen Hügel gesehen als in diesem Jahr. Stammgäste blieben weg, Tickets für ungeliebte Aufführungen wie den „Tannhäuser“ oder des Castorf-„Rings“ waren zu bezahlbaren Preisen zu haben, „Siegfried“-Tenor Lance Ryan wurde ausgebuht. Und nach Angaben der Bayreuth Marketing- und Tourismus GmbH waren in diesem Jahr die Bayreuther Hotels nicht ausgebucht. Auch, wenn die Festspielleitung betont, dass die Nachfrage die Zahl der Tickets noch immer deutlich übersteige.