Richtfest

Ein Neubau, der nur für gute Schlagzeilen sorgt

Richtfest für das neue Probebühnenzentrum des DT

Tim Renner war neu. Ansonsten redeten die, die schon Anfang Dezember vergangenen Jahres anlässlich der Grundsteinlegung ans Pult getreten waren – der Kultur-Staatssekretär war seinerzeit noch nicht im Amt. Damals war es bitter kalt, am Montag beim Richtfest des künftigen Probebühnenzentrums des Deutschen Theaters (DT) wehte eine angenehme Brise durch den Rohbau. Die Akustik war anfangs miserabel, Senatsbaudirektorin Regula Lüscher klang wie vom anderen Stern, es hallte und die rot-weißen Bänder am Richtkranz raschelten. Die guten Nachrichten kamen trotzdem rüber. Vor dem Hintergrund einiger schwieriger Baustellen wie der Staatsoper oder dem Großflughafen – dort ist mit Gerkan, Marg und Partner (gmp) dasselbe Architekturbüro wie beim DT involviert –, freuten sich alle Beteiligten, dass bei diesem Bau der Zeitrahmen eingehalten und der Kostenrahmen sogar leicht unterschritten wurde. Bislang zumindest.

Im kommenden Sommer soll das 12,5-Millionen-Euro-Projekt übergeben werden, DT-Intendant Ulrich Khuon sprach vom Mai, der Architekt vom Juni 2015 als Monat der Übergabe. Auf jeden Fall aber vor dem Start der neuen Saison. Aus Architektensicht ist es natürlich bedauerlich, dass vorzugsweise nur die DT-Mitarbeiter das Gebäude sehen. Denn es liegt für die Öffentlichkeit unzugänglich im Hof des Deutschen Theaters, im September soll es auf der Baustelle allerdings eine Buchpremiere geben, um das Gebäude einem größeren Publikum vorzustellen.

Drei Probebühnen entstehen dort, daneben Garderoben, Werkstätten, Büroräume und Lager- und Archivflächen. Derzeit müssen die Schauspieler teilweise recht weit fahren, um an anderen Orten in der Stadt zu proben; das erleichtert nicht gerade die Arbeit. Und kostet außerdem Geld, denn das DT muss dafür Miete zahlen. Wenn alles gut weiterläuft, nicht mehr lange.