Forschung

Neue Erkenntnisse zur Ermordung von Felix Nussbaum

Rund 70 Jahre nach der Ermordung des jüdischen Malers Felix Nussbaum im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gibt es neue Erkenntnisse zu seinem Todeszeitpunkt.

Bisher war man davon ausgegangen, dass der 1904 in Osnabrück geborene Künstler direkt nach seinem Eintreffen am 2. August 1944 in Auschwitz gemeinsam mit seiner Ehefrau Felka Platek ermordet wurde. Laut aktuellen Recherchen des Osnabrücker Redakteurs Thomas Limberg im Archiv in Auschwitz datiert Nussbaums Tod jedoch auf den Zeitraum zwischen dem 20. September 1944 und dem 27. Januar 1945, wie die Stadt Osnabrück mitteilte.

Nussbaums Frühwerk von 1920 bis 1932 entstand vorrangig in Berlin. In den Jahren um 1930 hatte er hier große Ausstellungserfolge. In der Stadt lernte er auch seine Lebensgefährtin und spätere Ehefrau kennen. Das Jüdische Museum in Berlin zeigt Nussbaum-Gemälde in der Ausstellung.

Limberg fand heraus, dass Nussbaum im Vernichtungslager die Nummer B-3594 erhalten hatte. Demnach überlebte der Künstler nicht nur die Selektionsrampe, sondern auch mindestens den 20. September 1944. Denn an diesem Tag wurde er in die Kranken-Baracke des Stammlagers Auschwitz eingeliefert. Diese basieren auf der Kopie einer Seite eines Aufnahmebuches.