Film

15 Filme eingereicht für deutschen Oscar-Beitrag

Am 27. August entscheidet Fachjury über den Kandidaten

In diesem Jahr hat es nicht geklappt. Das Stasidrama „Zwei Leben“ kam nicht unter die fünf Nominierten für den besten nicht-englischsprachigen Film. Aber nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Das gilt auch für die Oscars. Deshalb schaut man jetzt schon auf die 87. Verleihung der begehrtesten Filmpreise der Welt, die am 22. Februar 2015 erfolgt. 15 Filme wurden von deutschen Produzenten bei German Films, dem nationalen Informations- und Beratungszentrum für den weltweiten Export deutscher Filme, eingereicht.

Darunter so honorige Werke wie Dominik Grafs jüngst angelaufenes Schiller-Drama „Die geliebten Schwestern“, Edgar Reitz’ mit sechs Lolas ausgezeichnete Lebenswerkabrundung „Die andere Heimat“, Christian Schwochows ebenfalls preisgekrönter DDR-Ausreisefilm „Westen“, Pepe Danquarts „Lauf Junge Lauf“ über ein jüdisches Kind, das sich in den Wäldern vor dem Holocaust versteckt, bis hin zu Feo Aladags kontrovers diskutiertem Afghanistan-Drama „Zwischen Welten“. Mit dabei sind aber auch Unterhaltungsfilme wie Ralf Westhoffs Generationenkomödie „Wir sind die Neuen“ oder gar die Neuverfilmung der Operette „Im Weißen Rössl“. Was Regina Ziegler angetrieben hat, diesen Film einzureichen, bleibt ihr Geheimnis.

Englische Untertitel sind Pflicht

Aber erst einmal kann jeder Produzent einen Film einreichen, es hätten also genauso gut 20 oder 40 Filme sein können. Er muss nur den Zulassungsvoraussetzungen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die am Ende die Oscars vergibt, entsprechen. Demnach muss der Film zwischen Oktober 2013 und September 2014 gestartet sein, das „kreative Talent“ sollte mehrheitlich, wenn nicht überwiegend von Deutschen besetzt sein, die Kategorien Produktion, Drehbuch, Regie, Besetzung, Kamera, Schnitt, Produktionsdesign, Ton und Musik sollten ebenfalls zu einem überwiegenden Teil von Deutschen besetzt sein, der Film darf vor dem nationalen Kinostart keine kommerzielle Auswertung erfahren, also keine DVD- oder Internet-Veröffentlichung. Und: Der Film muss über korrekte englische Untertitel verfügen, sonst wird die Academy ihn sich nie ansehen. Die deutsche Sprache ist nicht zwingend, „Lauf Junge lauf“ etwa wird zu großen Teilen auf Polnisch und Hebräisch gesprochen, das Nachkriegsdrama „Wolfskinder“ auf Litauisch, Russisch und Ukrainisch.

Am 27. August wird eine neunköpfige Fachjury entscheiden, welcher Titel von Deutschland ins Rennen geschickt wird. Diese Jury ist nicht immer unumstritten: So wurde „Die Fälscher“ 2007 etwa nicht vorgeschlagen, aber dafür von den koproduzierenden Österreichern. Am Ende bekam „Die Fälscher“ den Oscar – für Österreich. Die deutsche Jury hat nur ein Vorschlagsrecht. Bewerben können sich alle Filmnationen, die Academy in Hollywood wählt davon eine Short List aus, aus der dann wieder die fünf Nominierten gekürt werden. Der letzte deutsche Film, der als Bester Auslandsfilm gekürt wurde, war 2007 „Das Leben der anderen“.