Holz-Installation

Ist es Kunst oder brandgefährdeter Sperrmüll?

Farce um eine Installation aus Holz, die abgerissen werden soll

Das Streitobjekt ist knapp 17 Meter lang und besteht aus Holzresten aus dem Bootsbau. Die Kunstinstallation heißt „Risiko“ und stammt von Holger Stark. Seit knapp zwei Wochen muss sich die Leiterin des Kunstsammlung in Neubrandenburg, Merete Cobarg, für das Kunstwerk rechtfertigen. Aus Brandschutzgründen sollte es sogar abgerissen werden. „Ich halte die ganze Debatte für Unfug“, weist Holger Stark die Forderung zurück. Es wäre schon das zweite Mal gewesen, dass eine seiner Arbeiten wieder abgebaut werden müsste. Das passierte schon einmal in Kühlungsborn. Dabei ist Stark kein besonders provokanter Vertreter der Kunst. Der gelernte Zimmermann will Räume sichtbar machen, indem er geometrische Formen durchbricht.

Doch der Reihe nach. Das „Risiko“ gehört zu einer zeitgenössischen Kunstschau, die eine Versicherungsgruppe als „Fünf Positionen der Gegenwart“ alle zwei Jahre organisiert. Fünf Künstler stellen aus, einer bekommt einen mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis. Die Ausstellung wurde Ende Juni vom Neubrandenburger Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) eröffnet. Woran der Oberbürgermeister keinen Anstoß nahm, erregte drei Wochen später aber einen Mitarbeiter eines städtischen Unternehmens.

Nach dessen Hinweis auf das hölzerne Gebilde ließ Vizebürgermeister Peter Modemann, der für Sicherheit zuständig ist, ein Gutachten der Feuerwehr erarbeiten. Fazit: Das „Risiko“ sei brandgefährlich und zu dicht am Haus. „Die haben das nach den Bauvorschriften für Umgang mit Müll beurteilt, das muss aber als ,temporäres Kunstwerk’ gesehen werden“, sagt Stark. Den Standort an einer Glaswand zu den Ausstellungsräumen habe man ihm zugewiesen. „Wir haben das Kunstwerk vier Tage lang mit sieben Leuten aufgeschichtet.“

Was das Ganze kostet, kann er noch nicht sagen. Die Debatte, was wirklich Kunst ist und wann sie wertvoll ist, läuft aber weiter. „Wir haben fast nur Meinungen, die das ,Risiko’ als Sperrmüllhaufen sehen und den Abbau empfehlen“, erklärt ein Reporter des Neubrandenburger „Nordkurier“. Viele amüsierten sich aber auch über den Fall.