Literatur

Berliner Schriftstellerin Elfriede Brüning mit 103 Jahren gestorben

Die Schriftstellerin Elfriede Brüning ist am Dienstag im Alter von 103Jahren in Berlin gestorben.

Brünings Tochter bestätigte entsprechende Meldungen. Die am 8. November 1910 in Berlin geborene Autorin beschäftigte sich in ihren Werken vor allem mit Frauenthemen und der Vergangenheitsbewältigung. Als engagierte Kommunistin blieb sie zwar während der Nazi-Herrschaft in Deutschland, ging aber in die „innere Emigration“ und stellte das Publizieren weitgehend ein.

Die Tochter einer Näherin und eines Tischlers begann bereits mit 16 Jahren, Reportagen und für die Kultur-Seiten großer Zeitungen zu schreiben. 1930 trat Brüning der Kommunistischen Partei bei, zwei Jahre später wurde sie Mitglied in dem 1928 von JohannesR. Becher gegründeten „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“, dem unter anderen Bertold Brecht, Anna Seghers und Ludwig Renn angehörten. Brüning war zuletzt das einzige noch lebende Mitglied des Bundes.

Zu ihren Werken der 1930er-Jahre zählen die Romane „Und außerdem ist Sommer“ sowie „Junges Herz muss wandern“. Seit 1950 lebte Brüning als freie Schriftstellerin in der DDR, wo sie zahlreiche Preise erhielt. Sie schrieb über die besonderen Probleme von Frauen in der DDR und Zwangsadoptionen. Auch nach der deutschen Einheit setzte sie ihre Arbeit fort. 1999 etwa veröffentlichte sie unter dem Titel „Jeder lebt für sich allein“ Nachwendeerzählungen. Am 8. November 2010 hatte sie in der Volksbühne ihren 100. Geburtstag groß gefeiert.