Kunst

Museum Barberini soll 2016 in Potsdam eröffnet werden

Museumsdirektor Peter Joch hat es komfortabel, könnte man meinen: Er richtet in Potsdam das Museum Barberini ein – in einem gerade entstehenden funkelnagelneuen Bau.

Alles modern und dazu in bester Lage der historischen Altstadt. Der wieder aufgebaute Palast Barberini aus dem 18. Jahrhundert mit historischer Fassade und modernem Inneren soll ab 2016 das Ambiente für große internationale Themenausstellungen wie für außergewöhnliche Präsentationen von DDR-Kunst bieten.

Dabei kann Joch auf die Privatsammlung ostdeutscher Maler des Software-Milliardärs Hasso Plattner zurückgreifen. Im Laufe der Jahre trug Plattner mehr als 80 Stücke zusammen. Das Thema ist für ihn noch lange nicht abgeschlossen, Neuerwerbungen sind fest eingeplant. Auch das Museum ist Plattner zu verdanken. Er finanziert es und den laufenden Betrieb über seine Stiftung. Als Mäzen unterstützte Plattner schon mit einer Millionensumme den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses.

Streit um den Ausstellungsort

2012 wurden die Kunstwerke aus der privaten Sammlung erstmals für knapp sieben Wochen öffentlich im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte gezeigt. 12.000 Besucher kamen. Das Interesse hatte auch mit dem damaligen Streit in der Stadt um den künftigen Ausstellungsort zu tun. Plattner wollte eine Kunsthalle an prominenter Stelle bauen. Dafür hätte jedoch ein aus DDR-Zeiten stammendes Hotel abgerissen werden müssen. Angesichts der Diskussionen gab Plattner auf und plante eine Halle auf seinem PrivatGelände in Potsdam. Später gab es die Entscheidung für den Einzug in das Palais Barberini.

Öffentlich zu sehen ist als einziges bislang nur die Skulptur „Jahrhundertschritt“ von Wolfgang Mattheuer. Sie blieb vor dem Potsdamer Museum. Einen Vorgeschmack auf die Sammlung gibt es aber auf der Homepage des Museums, das eine Auswahl bringt. Dazu gehören Bernhard Heisigs Gemälde „Friedrich der Große“, Willi Sittes Bild „Das Liebespaar“ und Werner Tübkes „Der Narr und das Mädchen“.

Seit vergangenem Jahr ist Musemsdirektor Peter Joch im Amt. „Wir werden uns dem Impressionismus widmen“, kündigt er an. Joch weiß aus seinen 13 Jahren als Direktor der Kunsthalle Darmstadt, dass sie Garanten für volle Häuser sind. „Das Museum Barberini soll alles andere als elitär sein“, betont er. „Unser wichtigstes Ziel ist, neue Zugänge zur Kunst zu eröffnen und spannende historische Inhalte lebendig und mit viel Begeisterung zu vermitteln.“ Im Moment ist Joch viel im Ausland unterwegs. In den USA, in Großbritannien, in Russland und in Japan verhandelt er über Leihgaben. Anfangs schauten ihn Gesprächspartner fragend an: Als Neugründung war das Barberini-Museum natürlich unbekannt. „Anders als bei einem laufenden Betrieb musste ich unser Projekt erst einmal ausführlich vorstellen.“ Und er muss rechnen, wie jeder andere Direktor auch: „In einem privaten Museum sprudeln keineswegs unbegrenzt die Geldquellen. Wir arbeiten mit vorgegebenen Budgets.“