Theater

Rolf Hochhuth warnt vor der Inszenierung seines eigenen Stückes

Kaum wähnte sich Rolf Hochhuth am Ziel seiner Wünsche, schon erlebt der Dramatiker eine neue Enttäuschung.

Jahrelang kämpfte er darum, im Berliner Ensemble spielen zu dürfen. Er ist Gründer der Ilse-Holzapfel-Stiftung, die das Theater am Schiffbauerdamm besitzt. Intendant Claus Peymann verstand es jedoch bislang, das Theater frei von Hochhuth-Dramen zu halten. In diesem Sommer nun aber darf Rolf Hochhuth inszenieren, doch zufrieden ist er trotzdem nicht. In einer Mail an die Berliner Morgenpost warnt er vor dem Besuch seines Dramas „Sommer 14“, das am Freitag Abend Premiere hatte: „Das einzige Sehenswerte dort: Ein sehr schöner splitternackter Twen, der dauernd auf der Bühne anwesend bleibt und Rad schlägt, während die Monarchen und Minister den Weltkrieg anzetteln.“

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Nie wurde ein so oft inszeniertes Stück von mir derart verhunzt, verjuxt, wie von dem jetzigen Regisseur! Beispiel: Nicht in Uniform, sondern in Bademantel und Unterhose erklärt der Kaiser auf dem Schlossbalkon die Mobilmachung.“ Er habe es „noch nie erlebt, dass Schauspieler – die meisten hier haben prominente Namen – sich von einem Regisseur, dessen einziges ‚Stilprinzip’ die pure Willkür ist, gefallen lassen, persönlich und in ihren historischen Rollen total entwürdigt zu werden!“ Klingt interessant. Falls es Hochhuth darauf angelegt haben sollte, Werbung für sein Stück zu machen, ist es ihm hiermit gelungen