Bühne

Ottfried Fischer und Udo Walz spielen in „Sommer 14“

Der Schauspieler Ottfried Fischer dreht noch und wird erst nächste Woche im Berliner Ensemble erwartet.

Er spielt den betagten österreichischen Kaiser Franz Joseph. „Zwei Tage Probe reichen Ottfried bestimmt“, sagt Regisseur Torsten Münchow bei einem Pressefrühstück am Freitag im Theater am Schiffbauerdamm. Eigentlich sollte die Veranstaltung im Foyer stattfinden, aber kurz entschlossen ist das Team in den Zuschauerraum gegangen. Dort wird gerade das Bühnenbild für „Sommer 14“ eingerichtet.

Meistens gibt es ja Ärger um die Sommerbespielung der von Rolf Hochhuth gegründeten Ilse-Holzapfel-Stiftung, in diesem Jahr aber läuft alles glatt. Nahezu. Denn in der vergangenen Woche lösten Bauarbeiten auf dem Dach des Theaters die Sprinkleranlage aus, die Bühne stand unter Wasser. Deshalb werden „die Züge jetzt per Hand gefahren, weil die Elektrik noch überprüft werden muss“, sagt Bühnenbildner Andreas R. Bartsch. Alles halb so wild, die „BE-Techniker können das“ – und bekommen prompt einen Applaus von den Schauspielern, die nebeneinander auf der Bühne sitzen, darunter Caroline Beil mit Sommerhut auf dem Kopf und Pickelhaube auf dem Schoß.

Die Bühne ist komplett weiß, Boden und Sitzbänke sind überdeckt von einem riesigen Flokati. Kaum zu sehen im Flausch-Ambiente ist der weiße Hund des Regisseurs. Der Raum erinnert an eine Wellness-Lounge, für Münchow ist es die „letzte Etage vor Gott“. Er erzählt davon, wie er einmal mit dem Fahrstuhl zufällig in die oberste Etage des Chrysler Buildings in New York gefahren sei und einen Blick in die Wohnung eines Supereichen werfen konnte.

In „Sommer 14“ treffen sich die Mächtigen der Zeit in gepflegtem Ambiente, es ist die Vorgeschichte zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die der Dramatiker Rolf Hochhuth in seinem Stück verarbeitet hat. Starfriseur Udo Walz spielt gewissermaßen sich selbst, „gestern hat er zugesagt“, sagt Produktionsleiterin Anna Maria Gadebusch. Allzu oft muss der Coiffeur nicht ran, nach der Premiere am 1. August gibt es noch fünf Vorstellungen im Berliner Ensemble.