Entscheidung

Ukraine-Krise: Polen sagt das „Russische Jahr“ ab

Als Reaktion auf Moskaus Rolle im Ukraine-Konflikt hat die polnische Regierung das für 2015 geplante „Polnisch-russische Jahr“ abgesagt.

„In Zusammenhang mit den EU-Sanktionen für die Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine werden die Pläne für das Polnische Jahr in Russland und das Russische Jahr in Polen verschoben – und zwar für lange Zeit“, sagte Polens Außenminister Radoslaw Sikorski am Donnerstag der Tageszeitung „Rzeczpospolita“. Dem Blatt zufolge werden damit im kommenden Jahr in Russland Dutzende polnische Kulturprojekte und in Polen zahlreiche russische ausfallen. Polens Regierungssprecherin Malgorzata Kidawa-Blonska sagte, die Begegnungen der Künstler und des Publikums hätten beide Länder „verbinden und nicht teilen“ sollen. In der „aktuell angespannten Atmosphäre“ gebe es jedoch keinen Raum für einen solchen Dialog. Die Entscheidung habe der Ministerrat getroffen. Der polnische Filmregisseur Krzysztof Zanussi warb in der Zeitung trotz der Krise für Treffen von Künstlern beider Länder. Dies solle jedoch nicht im Rahmen von staatlichen Veranstaltungen geschehen. Die Regierung in Warschau wollte 2015 ursprünglich insgesamt 87 Kulturprojekte in Russland finanzieren.