Geburtstag

Nobelpreisträger Wole Soyinka wird 80 Jahre alt

Wortgewaltig, streitbar, sarkastisch: Wole Soyinka erhielt 1986 als erster Schwarzafrikaner den Literaturnobelpreis.

Messerscharf analysiert er, wie Politik und Religion in seiner Heimat einen tödlichen Cocktail bilden. Doch im Alter, am Sonntag wird er 80 Jahre, ist der Nobelpreisträger endgültig zum politischen Gewissen seines Heimatlandes geworden, wohl auch deshalb, weil er bis heute seiner Heimat und seinen Idealen treu geblieben ist. Immer wieder protestiert er gegen Nigerias Politfilz, die Macht von Militärs und korrupte Geschäftsleute. Als mutmaßlicher Unterstützer der Biafra-Bewegung im Bürgerkrieg wurde er 1967 verhaftet und in Einzelhaft gesteckt. Später wurde Soyinka zu einem der wortgewaltigsten Kritiker des Diktators Sani Abacha, der gegen den Literaten die Todesstrafe verhängen ließ. Soyinka entging ihr nur durch das Exil in den USA. Soyinka hat in Cornell gelehrt, in Oxford, Harvard und Yale. Er hätte im Ausland bleiben können, doch er kehrte stets zurück. Journalisten, die vor dem 80. Geburtstag zu einem Besuch eingeladen wurden, beschreiben ein Landhaus mitten in der Natur. Soyinka lebt wie Hunderttausende seiner Landsleute: in bescheidenem Umfeld.