Kriminalität

Kunstberater Helge Achenbach festgenommen

Die Betrugsvorwürfe kommen von den Aldi-Erben

Er bringt große Kunst und großes Geld zusammen. Doch nach seiner Rückkehr aus dem WM-Quartier der deutschen Nationalelf in Brasilien wurde er verhaftet: Kunstberater Helge Achenbach, 62, sitzt im Gefängnis in Untersuchungshaft – getroffen vom Bannstrahl der Essener Aldi-Familie.

Achenbach war Teil der linken Studentenbewegung, bevor er vor 40 Jahren begann, Kunstwerke zu vermitteln – erst als Galerist, dann als Kunstberater. Sein Gespür für aufstrebende Künstler hat ihn zum einflussreichen Strippenzieher der Kunstszene werden lassen: „Ich bin der Vernetzer“, sagte er vor zwei Jahren.

Er empfahl schon in den 70-er Jahren Werke des damals noch weitgehend unbekannten Gerhard Richter zu Summen, die heute als Spottpreise gelten würden. Er besitzt den Bentley von Joseph Beuys. Er beschaffte das Geld für die Kokain-Orgien von Jörg Immendorff, weil er dachte, es wäre für die medizinische Behandlung seines Freundes. Achenbach kann auf Kooperationen mit Gerhard Richter, Andreas Gursky, Thomas Schütte, Daniel Buren, Bernd und Hilla Becher verweisen. Auf der anderen Seite steht das „Who is Who“ der deutschen Wirtschaft – Versicherungen, Banken und Autokonzerne. So fädelte er die Kunst-Kooperation zwischen dem VW-Konzern und dem New Yorker Museum of Modern Art ein.

Doch nun steht er im Verdacht, den 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht betrogen zu haben, indem er ihm Kunstwerke und Oldtimer mit verdeckten Preisaufschlägen verkauft haben soll. Achenbachs Familie bestreitet die Vorwürfe. Sie würden von der Witwe des Aldi-Erben erhoben, seien „offenbar persönlich motiviert“. Achenbach sei mit Berthold Albrecht, Sohn des Aldi-Mitbegründers Theo Albrecht, befreundet gewesen, schreibt die Familie. Alle Objekte, die Albrecht erworben habe, hätten schon zu dessen Lebzeiten erhebliche Wertsteigerungen erfahren.