Fernsehen

Ein Pariser, strafversetzt in die Provinz

„Kommissar Dupin“ könnte ARD Erfolgsreihe bescheren

Mit der bretonischen Sturköpfigkeit hat Kommissar Dupin (Pasquale Aleardi) seine Probleme. Außerdem verabscheut er Fisch und jede Art von Krustentieren, an der Küste der Bretagne eine Delikatesse. Dupin ist nicht freiwillig in Concarneau, einer Kleinstadt in der Südbretagne, er wurde strafversetzt. Seine Kollegen spekulieren über den Grund, bringen aber nichts in Erfahrung. Genauso wenig wie über den Inhalt von Dupins Notizbuch, in das er unaufhörlich kritzelt. Und er hat eine Menge Notizen zu machen, denn in dem idyllischen Künstlerdorf Pont-Aven ist ein Kunstmäzen erstochen worden. Dupin und seine Kollegen tappen im Dunklen. Doch bald findet sich ein Motiv. Es geht um ein unbekanntes Gemälde von Paul Gauguin, Auktionswert: etwa 30 Millionen Euro. Eine Reihe von Personen in Pont-Aven wäre gern im Besitz dieses Gemäldes.

Der von Matthias Tiefenbacher inszenierte Krimi basiert auf Jean-Luc Bannalecs „Bretonische Verhältnisse“. Allerdings soll hinter dem Roman kein Bretone stecken, sondern Jörg Bong, Geschäftsführer des S. Fischer Verlags. Ob Bannalec oder Bong, der Autor geizt nicht mit Anspielungen: Bannalec heißt ein Ort in der Nähe von Pont-Aven, Dupin ist eine Figur von Edgar Allan Poe. Als der Krimi vor zwei Jahren erschien, wurde er zum Bestseller und die Bretagne erlebte einen Reiseboom. Ein solcher Verkaufserfolg schreit geradezu nach einer Verfilmung. Ein gutes Händchen bewiesen Produzenten und Regisseur bei der Wahl ihrer Hauptfigur. Pasquale Aleardi, ein in Berlin lebender Schweizer mit italienischen Wurzeln, ist eine großartige Besetzung. Er spielt Dupin als coolen, lakonischen, und geheimnisvollen Polizisten. Außerdem verfügt er über Sex-Appeal. Bannalec hat schon zwei Nachfolger veröffentlicht: „Bretonische Brandung“ und „Bretonisches Gold“. Die ARD könnte damit eine neue Erfolgsreihe starten.

„Kommissar Dupin – Bretonische Verhältnisse“ ARD, heute, 20.15 Uhr