Programm

Für die Festtage 2015 plant Barenboim einen „Parsifal“

Regisseur Dmitri Tcherniakov übernimmt Neuproduktion

Die Oster-Festtage sind seit Amtsantritt Daniel Barenboims als Generalmusikdirektor der Staatsoper vor über 20 Jahren ein Höhepunkt der Staatsopern-Saison. Barenboim stellte am Montag gemeinsam mit dem Intendanten Jürgen Flimm das Programm der Festtage in der Staatsoper im Schillertheater vor.

Eine Neuproduktion von Richard Wagners „Parsifal“ wird am 28. März 2015 die große Premiere der Festtage werden. Barenboim dirigiert, der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der bereits Rimsky-Korsakows „Zarenbraut“ an der Staatsoper in Szene setzte, wird inszenieren. Die umfangreiche Partie des Gralsritters Gurnemanz singt der berühmte Bass des Hauses René Pape, für die Titelpartie wurde der Tenor Andreas Schager verpflichtet. Die Rolle der zwischen Verführerin und Büßerin innerlich zerrissenen Kundry wird von der Sopranistin Anja Kampe gestaltet. Auch die „Tannhäuser“-Inszenierung von Sasha Waltz wird nächstes Jahr bei den Festtagen wieder zu sehen sein.

Hommage an Boulez

Der Komponist Pierre Boulez, mit dem Barenboim seit rund 50 Jahren eine enge künstlerische Freundschaft verbindet, ist der eigentliche Mittelpunkt der Festtage 2015. Boulez wird einen Tag vor Beginn, am 26. März 2015, 90 Jahre alt – Grund genug für Barenboim, ihn mit einer Werkschau zu ehren.

Boulez, so Daniel Barenboim, habe die Auffassung davon verändert, was ein gutes Konzertprogramm sei. „In den 60er Jahren war die Zweite Wiener Schule um Arnold Schönberg noch komplett aus den etablierten Konzertsälen ausgeschlossen. Boulez als Dirigent hat für mehr Flexibilität gesorgt.“ Wie um dies zu beweisen, wird Barenboim zur Eröffnung der Festtage Boulez’ Musik zunächst mit dem traditionsreichsten Spitzenorchester Europas spielen: mit den Wiener Philharmonikern.

Die Festtage 2015 bringen daneben eine Wiederbegegnung mit den legendärsten lebenden Kammermusik-Partnern in Berlin: Die argentinische Pianistin Martha Argerich wird gemeinsam mit dem russischen Geiger Gidon Kremer in der Philharmonie ein Duo-Recital geben. Das internationale West Eastern Divan Orchestra wird mit einem großen Programm von Debussy, Boulez und Berlioz zu hören sein. Daniel Barenboim betonte am Montag erneut, dass das aus Palästinensern und Israelis zusammengesetzte Orchester weiterhin seine Herzensangelegenheit ist.