Frühkritik

Bejubelte Premiere: „Tannhäuser“ mit schönen Bildern

Eines ist am Ende dieser gefeierten Wagner-Premiere klar: Der „Tannhäuser“ von 1845 und zeitgenössischer Tanz sind zwei grundverschiedene Dinge, die nur schwer zusammen finden.

Die Berliner Choreografin Sasha Waltz hat sich für die Festtage der Staatsoper den Opernkoloss vorgenommen und ist bei ihrem Regiedebüt im Schiller-Theater auf grandiose Weise gescheitert. Am Ende bekommt sie reichlich Buhs, aber man kann sich nur wünschen, dass sie ihre fühligen Regieansätze in weiteren Produktionen ausprobiert und verfeinert. Es sind einige schöne Bilder und Stimmungen auszumachen, wobei die Nacktheit im Bacchanal nebensächlich ist. Aber die 18 Tänzer schaffen es etwa, den Pilgerchor in seinem statischen Charakter aufzusprengen. Die atemvollste Szene gelingt dem auch gefeiertsten Sänger: Peter Mattei als Wolfram.

Der desillusioniert Liebende beginnt sein „Wie Todesahnung“ düster im Liegen, erhebt sich langsam und besingt den Abendstern in brüchiger Schönheit, dabei taumelt er in seiner Orientierungslosigkeit. Die für Sänger untypischen Bewegungen muss ihm die Waltz gezeigt haben. Andere Szenen karikieren die Figuren. Peter Seiffert ist ein rundum stattlicher Tannhäuser, René Pape ein charakterstarker Landgraf. Marina Prudenskaya überzeichnet ihre Venus und Ann Petersen weiß als Elisabeth, eine Art Grace Kelly, zu berühren. Daniel Barenboim am Pult der Staatskapelle lässt die Musik sehr breit auskosten. Die ausführliche Kritik lesen Sie morgen.